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Geimpfte vor dem Impfzentrum Rosenheim im Interview

Corona-Zahlen explodieren: „Schikane“ oder „endlich an der Zeit, dass wir unser Leben weiterleben“?

Es gibt viele Menschen, die sich schließlich doch für die Impfung entschieden haben. Aber sind auch alle glücklich mit dieser Entscheidung?
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Es gibt viele Menschen, die sich schließlich doch für die Impfung entschieden haben. Aber sind auch alle glücklich mit dieser Entscheidung?

Die Corona-Zahlen in der Region steigen dramatisch – sowohl die Inzidenzen als auch die Neu-Infektionen sowie die Belegung der Intensivstationen in den Krankenhäusern. Die Politik reagierte darauf mit verschärften Maßnahmen. Doch lassen sich jetzt vermehrt Menschen impfen und wenn ja, warum? rosenheim24.de hat sich am Impfzentrum Rosenheim umgehört.

Rosenheim - Die Redaktion hat vor Ort auf der Loretowiese mit zahlreichen Personen gesprochen. Die meisten ließen sich bereits die Booster-Impfung geben und das aus voller Überzeugung, wie sie gegenüber rosenhei24.de schilderten. Doch es gibt auch ganz andere Meinungen – ein aktuelles Stimmungsbild vom Impfzentrum Rosenheim.

Welche Impfung haben Sie heute bekommen und warum?

Vier von den zehn von rosenheim24.de Befragten bekamen ihre Erst- oder Zweitimpfung. Auf die Frage, warum sie sich gerade jetzt die erste Dosis geben ließen, antwortete eine junge Verkäuferin (24), sie ließe sich hauptsächlich impfen, um verreisen zu können. Ähnlich äußerte sich Sibille G. (80): Sie gab an, sie wolle an Weihnachten wegfahren und in der momentanen Situation wäre es sonst nicht einmal möglich essen zu gehen. Alexandra O. (30) hat sich schließlich für die Impfung entschieden, weil sie festgestellt hat, dass „die Menschen nicht an der Impfung gestorben sind“.

Ihre zweite Impfung bekam eine 50-jährige Frau. Sie gab an, sich für die Immunisierung entschieden zu haben, weil es ohne zu viele Einschränkungen gebe. Eine der vielen an diesem Tag, die sich die Booster-Impfung haben geben lassen, war eine 76-jährige Seniorin. Sie verriet rosenheim24.de, dass bei ihr bald wohl eine Operation anstehe und sie mit der dritten Impfdosis auch generell wegen ihres Alters sicher gehen wolle. 

Die Gründe der Menschen für die Impf(erst-)entscheidung scheinen also hauptsächlich im Bereich der persönlichen Freiheit sowie der Praktikabilität im Alltag zu liegen. Das sieht auch O. so: „Es ist endlich an der Zeit, dass wir unser Leben weiterleben“. Diejenigen, die sich entschlossen haben, die Booster-Impfung zu machen, wollen damit wohl mehr ihre eigene Gesundheit und die der Allgemeinheit schützen.

Haben Sie Angst um Ihre persönliche Gesundheit? 

Bei dieser Frage fallen die Antworten meist ähnlich aus: „Nein, eigentlich nicht“. rosenheim24.de durfte allerdings erfahren, dass O. beispielsweise anfangs Angst vor dem Impfstoff AstraZeneca hatte, weil eine Frau, die sich mit diesem Wirkstoff hatte impfen lassen, gestorben war. O. sagte aber auch, dass sie keine Angst gehabt hatte, direkt von der Impfung zu sterben, sondern eine schlimme Krankheit davon zu bekommen. 

Alexandra O. (30) hat sich für die Impfung entschieden, weil sie will, dass die Pandemie zu einem Ende kommt.

Etwas anders sieht es da bei der 80-jährigen G. aus. Sie vertraute der Redaktion an, sie habe früher schon oft starke allergische Reaktionen auf Impfungen gehabt und nun wisse sie ja auch nicht genau, was sie da gespritzt bekäme. Sie hat Bedenken, sie könne von der Impfung sehr unangenehme Beulen am Körper bekommen. Die 50-Jährige wiederum hat überhaupt keine Angst, ihre Gesundheit könnte geschädigt werden, jedoch betonte sie mit Nachdruck, die Impfung müsse doch eigentlich freiwillig sein, das wäre sie aber irgendwie nicht mehr. 

Fühlen Sie sich von der Regierung unter Druck gesetzt? 

Diese Frage war ganz besonders interessant, weil es hierbei sehr starke und auch durchaus unterschiedliche Meinungen gab. Die meisten der Erstgeimpften gaben hier an, sie würden sich wirklich sehr unter Druck gesetzt fühlen. Gerade Sibille G. erläuterte sichtlich genervt, dass sämtliche Regelungen und Formulare nur noch digital zu bekommen seien und sie selbst kein Smartphone habe, um schnell und einfach an Informationen zu kommen. Die ständigen Änderungen würden diese Situation nicht verbessern. So brauche sie vier Stunden, um herauszufinden, was sie nun benötigt, um einmal im Restaurant essen gehen zu können.

Die Dame mit der Booster-Impfung sieht es dagegen komplett anders: Ihrer Meinung nach mache die Regierung zu wenig Druck und sie finde die Maßnahmen in Österreich würden deutlich besser funktionieren.

Was sagen Sie zu der 2G-Regelung, die jetzt in Bayern eingesetzt wurde?

Bei diesem Thema verhält es sich etwas anders als bei der Frage, ob die Regierung zu viel Druck ausübe. Sehr viele, die bereits den vollen Impfschutz haben und diesen nun auffrischen wollten, stehen der 2G-Regel neutral bis positiv entgegen. Etwa die Hälfte der zehn Befragten war absolut dafür, dass nur Geimpfte und Genesene Lokale, Hotels oder Friseure besuchen darf. Die 76-Jährige, die ihre Impfung auch auffrischen ließ, ist zwar auch dafür, jedoch der Meinung, dass es nicht sein müsste, „wenn die anderen vernünftiger wären“.

Die erstgeimpfte O. findet die 2G-Regelung anstrengend, aber sie sagt auch dazu „wenn es für alle gut ist, dann machen wir alle mit“. G. hingegen ist wiederum ganz anderer Meinung. Sie sieht die Regelung sehr skeptisch, denn im manchen Bereichen sei es „total unlogisch“. Wenn man denn zum Friseur gehe, sollte es reichen, einen Test zu machen. Letztlich bezeichnet sie die 2G-Regelung als „Schikane“.

rosenheim24.de wird in den nächsten Tagen auch noch einen weiteren Artikel zu diesem Thema veröffentlichen!

Vivienne Hackl/Leonie Hofhus

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