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Heizkessel im Katastrophengebiet installiert

Mit gutem Gefühl heimgekehrt: Rosenheimer Heizungsbauer berichten über Erlebnisse im Ahrtal

Bei der Arbeit: Wolfgang Herrmann und seine Kollegen installieren die neue Heizungsanlage. privat
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Bei der Arbeit: Wolfgang Herrmann und seine Kollegen installieren die neue Heizungsanlage. privat

Um ihren Handwerkerkollegen zu helfen, sind vier Rosenheimer Heizungsbauer in Ahrtal gefahren. Das Quartett erlebte dort nicht nur die Dankbarkeit der Betroffenen, die ihre Wohnungen endlich wieder heizen konnten. Sie mussten auch lernen, dass der Staat manchmal der falsche Ansprechpartner ist, wenn es um Hilfe geht.

Rosenheim – Noch vor Weihnachten machten sich vier Heizungsbauer aus Rosenheim auf den Weg ins Ahrtal. Am 17. Dezember zogen Wolfgang Hermann, Lorenz Schneid, Janosch Brosig und Günter Brosig los, um ihre Handwerkskollegen dort bei der Installation neuer Heizkessel zu unterstützen (wir berichteten). Pünktlich zu Heiligabend kehrten sie zurück und berichten nun über ihre Erfahrungen mit den Menschen vor Ort.

Nach dem Einbau: Die neuen Kessel laufen und sorgen für Wärme.

Geflutetes Erdgeschoss

Mit ihrem Kunden Bernd Krah sind sie schon beim Du angelangt. In seinem Haus im Ahrtal haben die Heizungsbauer von Brosig und Engelhardt in Rosenheim einen neuen Kessel installiert. Dort, wo im Juli noch alles unter Wasser stand. Der 74-Jährige berichtet mit kölschem Zungenschlag von jener Hochwasserkatastrophe, welche im Sommer über das Ahrtal fegte.

Ein Lichtblick

1,80 Meter hoch habe das Wasser im Erdgeschoss seines Hauses gestanden, das er gemeinsam mit seiner Frau bewohnt. „Wohnzimmer, Küche – da war nichts mehr!“, berichtet Krah. Ratlosigkeit herrschte bei ihm und seiner Frau an jenem Tag, als beide ihr Haus wieder betreten konnten. „Man ist nicht mehr so agil wie mit 30 oder 40“, sagt der Pensionär. Auf der anderen Seite: Niemandem in seiner Familie ist durch die Flut körperlich etwas zugestoßen.

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Und schon am zweiten Tag nach der Katastrophe seien Helfer angerückt, um das Erdgeschoss und den Keller von Unrat, Dreck und Schlamm zu befreien. Ein Lichtblick. Denn auch, wenn es im Haus inzwischen wieder warm ist, wohnen können Brand Krah und seine Frau dort noch nicht. Sie sind in einer anderen Wohnung nahe ihres Hauses untergekommen. Bis alles andere fertig ist.

Kamin fertig: Heizungsbauer Wolfgang Herrmann prüft die installierte Anlage.

Die lieben Handwerker

Vergangene Woche waren die Rosenheimer Heizungsbauer am Zug. Die „lieben Handwerker“, wie Gerd Krah die Truppe aus Oberbayern nennt. In seinem Haus haben sie zwei Heizkessel installiert. „Darüber sind wir unheimlich froh. Unsere heimischen Handwerker können diese Masse hier nicht mehr bewältigen.“

Noch am Freitag der Anreise fuhren sie zur ersten Baustelle und legten mit der Arbeit los. Ein Haus mit vier Wohnparteien, die sich bis dahin mit Elektroheizkörpern behelfen mussten, um ihre Wohnungen warm zu halten. Aber schon am Samstagabend lief die neue Heizung, wie Heizungsbaumeister Günter Brosig berichtet.

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Am Sonntag zogen er und sein dreiköpfiges Team bereits weiter zu Baustelle Nummer zwei. Dass die Handwerker ob der Lage dort mit offenen Armen empfangen würden, war den Rosenheimern klar.

Aber die Herzlichkeit und die Hilfsbereitschaft, die sie in Rheinland-Pfalz erleben durften, beeindruckte sie doch nachhaltig. „Hier sind alle supernett!“, schwärmt Brosig, als er am Telefon über seine Eindrücke im Ahrtal berichtet. „Jeder macht, was er kann und hilft.“

Mahlzeiten durch Spenden finanziert

Auch die gute Organisation für die Helfer ist ihm in guter Erinnerung geblieben. Vor Ort habe es mehrere Stellen gegeben, an denen die Handwerker mittags mit einer warmen Mahlzeit versorgt wurden. „Das schafft der deutsche Staat nicht, dass man unseren Leuten hilft“, klingt bei Günter Brosig auch ein wenig Kritik an den Behörden durch. Denn die Mahlzeiten seien rein Spendenfinanziert. „Das ist schon irgendwie traurig“, findet der Handwerksmeister.

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Dennoch bleiben hauptsächlich gute Erinnerungen: an herzliche und dankbare Menschen und eine gute Organisation vor Ort. So schafften die Heizungsbauer sogar mehr, als sie sich vorgenommen hatten. Fünf Heizkessel wollten sie installieren, am Ende waren es sieben Anlagen, die sie in Betrieb nehmen konnten. „Wir haben was Gutes für andere gemacht. Nicht mit Geld, aber mit unseren Händen. Das ist ein schönes Gefühl.“

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