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Entscheidung im Haupt- und Finanzausschuss

Nach großer Unsicherheit bei Eltern und Erziehern: Stadt Rosenheim führt Waldkindergarten fort

Die Eltern haben sich massiv für den Erhalt des Waldkindergartens im Keferwald eingesetzt: (von links) Ilona Schlieder, Marianne Struck, Angela Tombrink, Yasmin Sieber, Sabine Zarneckow und Bastian Krumpschmied.
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Die Eltern haben sich massiv für den Erhalt des Waldkindergartens im Keferwald eingesetzt: (von links) Ilona Schlieder, Marianne Struck, Angela Tombrink, Yasmin Sieber, Sabine Zarneckow und Bastian Krumpschmied.

Vor drei Jahren wurde der Awo-Waldkindergarten im Keferwald eröffnet. Im Frühjahr diesen Jahres gab die Awo dann bekannt, dass sie die Trägerschaft abgibt. Seitdem herrscht bei Eltern und Erziehern große Unsicherheit. Eine Lösung scheint nun in Greifweite: Die Stadt will die Trägerschaft übernehmen.

Rosenheim - Dafür gab es in der jüngsten Haupt-und Finanzausschusssitzung einstimmig Zustimmung von Seiten der Fraktionen. Aber es hagelte scharfe Kritik für die Awo.

Dass die Awo die Trägerschaft abgibt, kam für die Eltern überraschend. „Eltern reagierten auf diese Nachricht verzweifelt. Personal sprang ab“, berichtete Sonja Gintenreiter von den Grünen. Sie hätte sich mehr Transparenz gewünscht, um Erziehern und Eltern von Anfang an die Sorge zu nehmen, dass die Entscheidung der Awo das Aus für die Einrichtung bedeutet.

Wie genau es weiter gehen soll bleibt unklar

Einstimmigkeit herrschte bei den Stadträten darüber, dass ein Waldkindergarten eine gute Sache für Rosenheim ist. Wie es aber nun genau mit dem Waldkindergarten im Keferwald weitergehen soll, darüber gab es verschiedene Meinungen. „Der Waldkindergarten soll erhalten bleiben. Aber vielleicht nicht autark, sondern angegliedert an einen anderen Kindergarten“, meinte beispielsweise Sonja Gintenreiter.

Auch die Stadtverwaltung kann sich mit dieser Lösung anfreunden. Generell erhofft man sich von der Übernahme der Trägerschaft auch, Personal, das aktuell in dieser Branche Mangelware ist, an sich zu binden. Dadurch könnte man dann bei Bedarf, beispielsweise bei Krankheitsfall, schneller und flexibler reagieren.

Gründe für die Aufgabe der Trägerschaft sind laut Awo-Geschäftsführer Anton Reiserer neben der Situation im Keferwald mit den umfangreichen Baumpflegearbeiten, auch die bestehenden Auflagen, Personalprobleme und die schwierige Finanzierungssituation.

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In Sachen Finanzen gab es beim jüngsten Haupt- und Finanzausschuss noch einen eigenen Tagesordnungspunkt. Dabei ging es um die rückwirkende Übernahme von Mehrkosten. Für das Betriebsjahr 2020 betragen diese 54 000 Euro. Für das Betriebsjahr 2019 hat die Stadt der Awo bereits eine freiwillige Unterstützung in Höhe von 45 000 Euro für den laufenden Betrieb gewährt. Und damit ist noch nicht Schluss. Denn absehbar ist, dass auch für die beiden Folgejahre Defizite ausgewiesen werden.

Gestiegene Personalkosten

Grund für die Mehrkosten sind nach Aussage der Stadt Rosenheim gestiegene Personalkosten. Aufgrund erhöhter Gefährdungssituation beim Aufenthalt in freier Natur benötige ein Waldkindergarten mehr Personal. Mindestens drei beziehungsweise vier Personen müssten ständig präsent sein, um auf die Kleinen aufzupassen. Diese Vorgabe von Seiten der Regierung von Oberbayern war aber selbst der Stadt Rosenheim bei Inbetriebnahme des Waldkindergartens nicht geläufig. „Der Waldkindergarten war auch für uns etwas Neues. Da hieß es Learning by Doing“, sagte Stadt-Dezernent Michael Keneder.

Für CSU-Stadtrat Herbert Borrmann ist das aber keine Entschuldigung dafür, dass das Defizit erst so spät bekannt und Geld von Seiten der Awo nachgefordert wird. „Dafür gibt es von mir klar die Rote Karte. Das ist alles andere als professionell“, ärgerte er sich.

„Keine Rosenheimer Erfindung“

Robert Multrus von den Freien Wählern sah es ganz ähnlich: „Wenn ich eine zusätzliche Stelle schaffe, weiß ich doch auch, was diese kostet“. Und Sonja Gintenreiter meinte: „Ein Waldkindergarten ist schließlich keine Rosenheimer Erfindung. Damit gibt es doch schon Erfahrung in anderen Städten.“

SPD-Stadtrat Abuzar Erdogan nahm die Awo dagegen in Schutz. „Dass es einen Fehler im Abrechnungszeitraum gegeben hat, ist faktisch nicht belegbar“, betonte er.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung, die Mehrkosten zu übernehmen, wurde schließlich mit der knappen Mehrheit von sechs zu fünf Stimmen angenommen.

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