Veolia gibt grünes Licht für den MERIDIAN

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Präsentation MERIDIAN im Bahnhof Rosenheim
  • schließen

Rosenheim - Der "MERIDIAN" startet im Dezember, wenn auch anfangs mit der ein oder anderen Planänderung. Alle Informationen und was Pendler zum Start beachten müssen. *Neu: Video*

Angekündigt wurde das Projekt "MERIDIAN" als Ablösung für die Regionalbahn und den Regionalexpress. Versprochen wurde den Zuggästen ein höherer Takt auf der stark frequentierten Strecke Salzburg – Rosenheim – München. Mehr Komfort, mehr Platz, mehr Möglichkeiten, so der Konzern Veolia.

Am 19. September wurde der Öffentlichkeit nun der erste Zug der MERIDIAN Familie am Rosenheimer Bahnhof vorgestellt. Unter politischer Aufsicht von Bundesminister Peter Ramsauer, waren die Geschäftsführer der Veolia Verkehr GmbH, Dirk Bartels und Michael Daum, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stadler Pankow GmbH, nebst Kai Müller-Eberstein, Geschäftsführer der Bayerischen Oberlandbahn GmbH gekommen, um ihr Schmuckstück zu präsentieren.

Nach den einleitenden Worten des Bundesministers für Verkehr, informierte Michael Daum über den aktuellen Stand der Produktion, Auslieferung und Verfügbarkeit der Züge aus seinem Konzern. Bestellt bei der Stadler Rail AG waren insgesamt 35 Züge, 28 davon als sechsgliedriges Modell, 7 Exemplare der dreigliedrigen Variante. Geliefert, erprobt und zum 15. Dezember einsatzbereit sind hingegen nur 20 Züge der sechsteiligen Version. Die restlichen Züge könnten erst im Laufe des ersten Quartals 2014 stückweise an den Betreiber übergeben werden. Hervorzuheben sei dabei jedoch, so Daum, der Umstand, dass auch von Seiten der Politik Hebel in Bewegung gesetzt wurden, die den Zulassungsprozess der fabrikneuen Züge vereinfacht hätten. Geltende Normen wurden eingefroren, um den Prozess nicht unnötig zu verzögern. Man müsse die Komplexität, den Umfang und den enormen Aufwand in Anbetracht der knappen Zeit seitens des Herstellers stets im Hinterkopf behalten. Die Erprobungsphase sei im Endstadium, letzte Testfahrten über 30000 bis 40000 km würden in den nächsten zwei Wochen beendet. In seiner endgültigen Version verfüge der "MERIDIAN" über 333 Sitzplätze, 365 Stehplätze und erreiche eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h.

Präsentation des Zuges im Bahnhof Rosenheim

Veolia präsentiert den MERIDIAN

Mit insgesamt 15 Zügen wenig als geplant, muss also Betreiberfirma Veolia bis voraussichtlich Frühling 2014 das Netz im Bereich Salzburg bzw. Kufstein – Rosenheim – München stemmen. Keine leichte Aufgabe, so Dirk Bartels, Geschäftsführer der Veolia Verkehr GmbH. Man habe seit Bekanntwerden der Verzögerung seitens des Zugherstellers, "kontinuierlich an einem Ersatzkonzept in Zusammenarbeit mit der DB und der ÖBB" gearbeitet. Man könne nun vermelden, dass der Betrieb auf allen Strecken zum 15. Dezember "mindestens auf dem aktuellen Niveau" gehalten werde. Die Personalgewinnung befinde sich ebenfallls in der Endphase, sogar ehemalige DB-Mitarbeiter konnten zur Verstärkung gewonnen werden. Und auch im Bereich der Werkstätten, könne man vermelden, dass man mit Standorten in München für leichtere und Hallen in Regensburg für schwerere Instandsetzungsmaßnahmen gut aufgestellt sei. Darüber hinaus konnte eine Einigung in der Tarif-Debatte mit der DB erzielt werden. Alle Tarife der DB seien auf den neuen MERIDIAN übertragbar, alle Tickets behalten ihre Gültigkeit. Pendler bräuchten sich also "keine Sorgen" mehr machen.

Zuletzt legte der Geschäftsführer der Bayerischen Obeerlandbahn GmbH, Kai Müller-Eberstein noch die Verteilung der anfangs 20 Züge im Streckennetz dar. Die neuen Züge werden anfangs nicht im fahrgaststärksten Bereich Salzburg – Rosenheim – München sondern nur in den Zweigen von Kufstein bis Rosenheim bzw. von München bis Rosenheim verfügbar sein. Ersatzweise würden zwei Züge der DB, vier der ÖBB und einige andere Modelle, die sich bereits im Besitz des Betreibers befinden, auf dieser Strecke eingesetzt. Müller-Eberstein wiederholte mehrmals, dass diese Regelung nur für die Übergangsphase, bis zur endgültigen Lieferung der restlichen Gespanne gefahren werde. In einer Wortmeldung mahnte Landrat Josef Neiderhell, dass angesichts von mehr als 13000 Pendlern, ein "Stillstand gleich einem Rückschritt" zu sehen sei. Das Projekt stehe gerade jetzt unter Beobachtung der Bürger, eine Verlängerung der Galgenfrist um 3 Monate sei "gerade noch erträglich". Alles in allem gilt es noch in einigen Bereich nachzubessern.

Zumindest in der Übergangszeit wird der Fahrgast wohl noch mit der einen oder anderen Holprigkeit zu kämfen haben. Sobald aber alle Züge der neuen "FLIRT"-Familie auf den Gleisen stehen, verspricht der Anbieter viele Neuerungen und Komfortsteigerungen. So soll ein Reservierungssystem für Dauerkartenbesitzer, die leidige Frage nach einem Sitzplatz dauerhaft beseitigen. Und auch das Beförderungspensum soll dann um bis zu 100% gesteigert werden. Fahrpläne zu der neuen MERIDIAN-Linie sollen ab der zweiten Novemberhälfte im Internet und an allen Bahnhöfen im Netz verfügbar sein.

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Wasserburg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser