30 Jahre Kinderdorfmutter im Caritas Kinderdorf Irschenberg

Ein Kind kann sich seine Eltern nicht aussuchen.

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Hausmütter, -väter oder -eltern leiten die 13 Kinderdorffamilien. Evi Lanz ist seit 30 Jahren eine von ihnen. Hier bei der Gartenarbeit mit einem Teil ihrer Kinder.

Irschenberg - Am 20.09.17 war Weltkindertag. Grund genug, einmal mehr darauf hinzuweisen, dass nicht alle Kinder in Deutschland das Glück haben, in einer intakten Familie aufwachsen zu dürfen. Einige finden deshalb in einer Kinderdorffamilie ein neues Zuhause.

Während die überwiegende Mehrheit der Kleinkinder und Kinder in unserem Land wohlbehütet durch Mama und Papa aufwachsen, gibt es Kinder, deren Urvertrauen in die eigenen Eltern früh erschüttert wurde. Es geschieht jeden Tag mitten unter uns: Ein Kind wird vernachlässigt oder gar misshandelt. Dann liegt eine sogenannte Gefährdung des Kindeswohls vor und die zuständigen Behörden müssen einschreiten. Im Notfall werden sie eine Herausnahme des Kindes aus der Familie veranlassen. In einer sozialen Einrichtung, wie dem Caritas Kinderdorf in Irschenberg finden diese Kinder ihre neue Heimat. Derzeit leben 85 Mädchen und Buben in 13 Wohngruppen. Sechs der Familiengruppen werden in Lebensgemeinschaft geführt. Hierbei übernehmen pädagogisch ausgebildete Hausmütter, -väter oder -eltern die Aufgaben der leiblichen Eltern und bilden eine Kinderdorffamilie.

Ein Bericht über das besondere Berufsbild der Kinderdorfmutter. Kinderdörfer bieten den Kindern, eine neue Chance unter guten Bedingungen in Sicherheit aufzuwachsen. In den Kinderdorffamilien finden sie den Schutz und die Fürsorge, die sie so dringend benötigen und auf die sie seit 1989 zudem ein Recht haben. Denn in den UN-Kinderrechtskonvention haben sich die Vertragsstaaten damals verpflichtet, jedem Kind unter Berücksichtigung der Rechte und Pflichten seiner Eltern, den Schutz und die Fürsorge zu gewährleisten, die zu seinem Wohlergehen notwendig sind.

Evi Lanz ist seit 1987 eine der Hausmütter in Irschenberg und hat über die Jahre 47 Kinder beim Heranwachsen begleitet. Derzeit leben bei ihr sechs Kinder zwischen 11 und 15 Jahren. Die erfahrene Kinderdorfmutter weiß, was für die Kinder neben einer kindgerechten, liebevollen Atmosphäre wichtig ist: „Geborgenheit, Verlässlichkeit und ein strukturierter Tagesablauf. Vieles davon erleben, die Kinder bei uns zum ersten Mal. Dazu gehören eine regelmäßige Versorgung, das Erledigen der Hausaufgaben und gemeinsame Zeit zum Spielen und für Ausflüge. Manche Kinder geben sich selbst die Schuld an der Situation, was sie manchmal hindert mit einem ausgebildeten Selbstbewusstsein und dem Wissen um ihre Talente und Möglichkeiten, den Alltag gut zu bewältigen. Durch gezielte psychologische und pädagogische Betreuung bauen die Kinder langsam ihr Selbstvertrauen aus und finden zu einer positiven Lebenseinstellung.“ Hierbei wird die pädagogisch ausgebildete Kinderdorfmutter durch Kolleginnen sowie Psychologen, Heilpädagogen und Therapeuten unterstützt. Eine Zugehfrau hilft, das große Haus auf dem Kinderdorfgelände in Ordnung zu halten. Die Kinder bleiben so lange in den Familiengruppen bis sie entweder in die eigene Familie zurückkehren können oder selbstständig ihr eigenes Leben meistern. Und auch danach können sie sich sicher sein, im Kinderdorf immer ein offenes Ohr zu finden, falls sie Unterstützung benötigen oder ihre ehemalige Kinderdorffamilie besuchen wollen. Das ist Evi Lanz besonders wichtig: „Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir - wie in jeder anderen Familie auch - immer für die Kinder da sind, auch wenn aus ihnen zwischenzeitlich junge Erwachsene geworden sind.“

Über den außergewöhnlichen Beruf der Hausmutter äußert sich der Dorfleiter, Wolfgang Hodbod folgendermaßen: „Man muss schon bereit sein, auf eine strikte Trennung von Privat- und Berufsleben weitgehend zu verzichten. Unsere derzeitigen Leiterinnen und Leiter der Kinderdorffamilien, ob alleine, mit Ehepartner, mit oder ohne eigene Kinder sehen ihre Arbeit in der großen Kinderdorfgemeinschaft als Bereicherung ihres Lebens.“

Kinderdorfmutter Lanz hat nach eigenen Angaben im Kinderdorf ihr persönliches Lebensglück gefunden. Das gute Gefühl, etwas Sinnvolles zu leisten, macht für sie nach eigener Aussage den Beruf zur Berufung. Zu erleben, dass sie tatsächlich viel bewirken kann. Wenn sie die Kinder durch die Höhen und Tiefen insbesondere der Pubertät geführt hat und diese dann irgendwann gekonnt ihre eigenes Leben meistern, das ist ihre Motivation, weiter zu machen. Und das seit 30 Jahren!

Pressemitteilung BFL RELATIONS Marketing + Management i. A. v. Caritas Kinderdorf Irschenberg

Quelle: mangfall24.de

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