Kommentar des SPD-Ortsvereins Feldkirchen-Westerham

"Irgendwie ist es traurig"

Feldkirchen-Westerham - Irgendwie ist es traurig. Irgendwie ist so kurz vor der Bundestagswahl eine komische Stimmung. Und irgendwie fühle ich mich an meine Schulzeit und den Geschichtsunterricht erinnert. Und derzeit an Bücher wie „Die Welle“. Politiker und Parteien die dieses Land über Jahrzehnte nach der Vernichtung zu dem gemacht haben was es heute ist: eines der führenden Industrienationen der Welt mit einem der – sicher vergleichsweise – höchsten Lebensstandards, werden als „Volksverräter“ beschimpft.

Unsere freie Presse – die in der Welt ihresgleichen sucht – wird als Lügenpresse verunglimpft. Die deutsche Bundeskanzlerin wird ausgepfiffen und verbal wie auf Schildern alles Mögliche genannt. Die türkischstämmige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung soll „in Anatolien entsorgt werden“. Natürlich erst nach der erneuten „Machtergreifung“. Und natürlich dürfen wir jetzt auch wieder stolz sein auf die Verbrechen der Wehrmacht!

Alles Aussagen von AFD Politikern, die – teilweise als Spitzenkandidaten – zur Wahl für den deutschen Bundestag stehen. Politiker die aber trotzdem noch behaupten es wäre eine Hetzkampagne am Laufen, und es würde von „Linksterroristen“ die „Nazikeule“ geschwungen. Franz Bergmüller - der Kreisvorsitzende der AFD Rosenheim - betitelt die Bundestagskandidaten der SPD , Grünen und FDP in diesem Zusammenhang sogar als „Zwergenkandidaten“. Natürlich siegesgewiss da sein Kandidat Andreas Winhart – der gern mal sein Mittagessen auf Facebook als Hakenkreuz drapiert und mit „Mahlzeit“ kommentiert – derzeit laut einer Studie tatsächlich auf dem zweiten Platz der Direktkandidaten direkt hinter der CSU rangiert. Und natürlich als Reaktion darauf, dass die drei die Aktion der AFD in Rosenheim, und die AFD als Solches als „Nazis“ bezeichnet haben. Komischerweise waren kurz darauf SPD Plakate mit „Raus“, CSU Plakate mit Frau Merkel mit „Jude“ besprüht, und an einem SPD Büro wurde die Flagge einer Nazibewegung hinterlassen! Komischer Zufall.

Und wir sollten es endlich offen benennen. Ja, einige AfD'ler sind Neonazis oder Menschen, die Neonazis in den eigenen Reihen tolerieren. Hören wir endlich auf so zu tun, als wäre es nicht genau das. Die „Appeasementpolitik“ und der nachgewiesenermaßen schlechte Ausgang aus der Geschichte bringen uns als Gesellschaft nicht weiter. Menschen die die AFD wählen sind auch Protestwähler, andere wählen die AFD trotz oder gerade wegen ihrer zumindest teilweise vorhandenen Nazi-Ideologie.

Mittlerweile behandeln wir Neonazis manchmal wirklich wie die Opfer, die sie gerne wären, anstatt ihnen endlich die Verantwortung für ihre eigenen Handlungen zuzugestehen, wie jedem anderen erwachsenen Menschen. Liest man die Leserbriefe z.B. letzten Samstag im OVB erschrickt man und hofft inständig, dass dies nicht die Realität abbildet. Denn sonst gäbe es schon wieder Mehrheiten für solch Gedankengut.

Und mal ganz ehrlich: Wenn wir dieses Land wirklich lieben. Wenn wir weiter größtenteils in Wohlstand und als „reichste 1 oder 2%“ der Weltbevölkerung“ leben wollen. Wenn wir stolz auf unsere Kultur, Demokratie, und unsere offene Lebensweise sind. Dann wählen wir diese Leute nicht! Ansonsten wäre da wieder die Traurigkeit und die Erinnerung an die Geschichte, und die Gewissheit das mit diesen Leuten der Abstieg unseres Landes, und vielleicht auch die Vernichtung, endgültig besiegelt ist.

PM SPD-OV Feldkirchen-Westerham

Quelle: mangfall24.de

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