5. Unternehmerstammtisch des BDS Gewerbeverbands Rott am Inn mit Notar Florian Machleidt

Zum Vorsorgen ist es nie zu früh

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Notar Florian Machleidt zum Thema Vorsorgevollmacht

Rott am Inn - Zum Vorsorgen ist es nie zu früh, aber oft zu spät. Diese Erkenntnis nahmen die über 80 Teilnehmer des 5. Unternehmerstammtischs des BDS Gewerbeverbands Rott wohl aus dem Vortrag von Notar Florian Machleidt mit, der auf Einladung des Gewerbeverbands über das Thema „Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung und Betreuungsverfügung“ referierte.

Gewerbeverbandsvorsitzender Franz Ametsbichler freute sich in seiner Begrüßung über das große Interesse an der Veranstaltung, die dieses Mal nicht nur Unternehmern sondern auch Privatleuten offen stand. Notar Machleidt, der seit 1. April 2017 die Nachfolge von Notar Martin im Notariat Wasserburg angetreten hat, ging zunächst auf Grundsätzliches zum Vertretungsrecht ein und machte klar, dass nicht nur in Unternehmen die Vertretung geregelt sein müsse, sondern auch und gerade im privaten Bereich. Entgegen landläufiger Ansichten könnten nämlich weder Ehegatten noch Kinder oder Eltern einen Volljährigen automatisch vertreten. Gerade hier müssten für den Notfall geeignete Vollmachten erteilt werden.

Für Selbständige sei es wiederum besonders wichtig, geeignete Personen mit Vollmachten auszustatten, da Betreuer, die von außerhalb des Unternehmens kommen, dieses nicht kennen und zuerst die Vermögensinteressen des Betreuten zu berücksichtigen hätten und nicht die des Unternehmens. Dies könne letztlich dazu führen, dass der Betrieb des zu betreuenden Selbständigen sogar in wirtschaftliche Schieflage geraten könne.

Machleidt erläuterte anschließend die unterschiedlichen Möglichkeiten der Vollmachtsersteilung. Diese könne grundsätzlich auch privatschriftlich erfolgen, was jedoch in der Praxis oft mit Schwierigkeiten bei der Ausübung der Vollmachten verbunden sei, da gerade Banken oder Ämter nur schwer die Gültigkeit der Unterlagen prüfen könnten. Für eine rechtssichere Vertretungsregelung sei auf jeden Fall der Gang zum Notar zu empfehlen.

Im zweiten Teil seines Vortags ging Machleidt dann auf das Thema Patientenverfügung ein, mit der schon vor dem Eintritt des Ernstfalls der Wille des Patienten über die Art und Weise ärztlicher Behandlung schriftlich festgehalten werde, für den Fall, dass man selbst nicht mehr entscheiden könne. Dieser Bereich wurde im Jahr 2009 gesetzlich geregelt, wobei auch ältere Verfügungen weiterhin Gültigkeit behielten. Sinnvoll sei es laut Machleidt, diese Patientenverfügungen in regelmäßigen Abständen im Hinblick auf den Inhalt zu überprüfen um zu gewährleisten, dass immer der aktuelle Wille des Betroffenen berücksichtigt sei.

In der anschließenden Diskussionsrunde beantwortete Notar Machleidt noch zahlreiche Fragen und es wurde nochmals deutlich, dass der Gewerbeverband Rott hier ein interessantes Thema aufgegriffen hatte.

Florian Lemmrich

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