Herbstversammlung

Obst- und Gartenbauverein Wasserburg

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Wasserburg am Inn - Im gut besetzten Saal nahmen die Gartler nicht nur einen kurzweiligen Jahresbericht des Vorsitzenden Stephan Hammermüller entgegen, sondern konnten vor allem viel Wissenswertes rund um die Bienen vom Referenten Claus Steger, des örtlichen Bienenzuchtvereins, mit nach Hause nehmen.

Die kritische Frage „Ist der Gartenbauer ein Auslaufmodell?“, stellte Hammermüller angesichts einiger zwischenzeitlich aufgelöster Gartenbauvereine in der Region zu Beginn in den Raum. Einem solchen Trend setzte er allerdings ein kräftiges „O’pflanzt is!“ vor allem in großstädtischen Regionen entgegen. Er wünsche sich jedenfalls Gartler, die Blumen, Stauden und Gemüse auch in Zukunft noch Platz schenkten. Wenn er seiner Uroma erzählt hätte, so Hammermüller schmunzelnd, dass die „Freiluft-Esslounge“ mit großer Grill- und Chillecke jetzt das klassische Esszimmer ersetze und daneben pinke Gummistiefel stehen, in denen Vergissmeinnicht wachsen, so wisse er nicht ob sie bei ihm gleich Fieber hätte messen wollen. Aber solche Trends stünden eben im Raum und seien beispielsweise auf der „Garten München“ vorgestellt worden. „Wir Gärtner sind aber auch Gestalter der Welt und angesichts stärkerer Verbauung und damit verbundener Verkleinerung von Gartenflächen müssen wir sehen, wie sich alles weiterentwickelt“, sagte er. Dazu gehöre wohl auch, das Wagnis „Gemeinschaftsgarten“ einzugehen. Mit einem dringenden Appell, die Gärten naturnah zu gestalten und angesichts des drastischen Insektensterbens keinerlei Gifte zu verwenden, um nicht Tausende der wichtigen Gartenhelfer ungewollt zu vernichten, leitete Hammermüller auf das Hauptreferat von Claus Steger über, das sich mit einer ökologisch gestalteten Landschaft befasste, die vor allem dem Bienensterben entgegen wirken helfe. Vor allem einseitige Ernährung und die Ausbreitung der Varroamilbe stellte Steger als Problem hierfür in den Vordergrund. Man könne aber vorbeugen. Amerikanische Mandelblütebestäubung mit mobilen Bienen-Trucks oder Handbestäubung wie in Teilen Chinas seien nicht zielführend für die Zukunft. Ganzjährig für eine stabile Nektar- und Pollenversorgung von etwa Mitte Februar bis Mitte November zu sorgen, das sei dagegen notwendig und in der heimischen Landschaft und den eigenen Gärten auch umzusetzen. 90 000 Imker und eine Million Bienenvölker in Deutschland könnten trotzdem nicht allein den heimischen Markt mit Honig versorgen. Die 126 Imker im Wasserburger Raum mit ihren 1370 Bienenvölkern hätten jedenfalls kein Problem mit dem Absatz, sorgten sich aber um den Nachwuchs einer immer älter werdenden Imkerschaft, so Steger. Mit einer Lehrstunde über die Bienenzucht und die Lebensweise der kleinen Honiglieferanten leitete Steger am Schluss zu diversen Pflanzempfehlungen über. Sie sollten eine über die gesamte Vegetationsperiode reichende, optimale Versorgung gewährleisten, wenn so ab 8 Grad die Bienen nach ihrer Winterruhe im Stock wieder auf die Suche nach geeigneter Nahrung gingen.

Karlheinz Rieger

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