Sekt und Selters 2018 - Frauen.Wahl.Recht.

Veranstaltung der SPD-Frauen Rosenheim mit Johanna Uekermann

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Bild (von links) :Elisabeth Jordan, Bezirks- und Stadträtin; Johanna Uekermann, stellv. Vorsitzende der BayernSPD; Britta Promann, Landtagskandidatin Rosenheim Ost; Alexandra Burgmaier, Landtagskandidatin Rosenheim West;

Rosenheim - Gleichstellung – ist das heute noch zeitgemäß?

Im Rahmen von „Sekt und Selters“, der etablierten Veranstaltungsreihe der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) in Rosenheim, fand diesjährig eine Veranstaltung zum Thema 100 Jahre Frauenwahlrecht statt. Die Vorsitzende der SPD-Frauen Rosenheim und Landtagskandidatin Rosenheim Ost, Britta Promann, freute sich sichtlich, Johanna Uekermann als Referentin begrüßen zu dürfen. „Wir brauchen junge, engagierte Frauen wie Johanna in der SPD, die Politik für Bayern und Deutschland machen wollen und können“, so Promann.

Johanna Uekermann, seit 2017 stellvertretende Vorsitzende der SPD in Bayern und gewähltes Mitglied des SPD-Parteivorstands, sprach im AWO Kreisverband Rosenheim zu diesem ureigenen Thema der SPD Frauen, die sich die Gleichstellung von Anfang an auf die Fahnen geschrieben haben. Die musikalische Umrahmung übernahm wieder das bewährte Akkordeonduo der Musikschule Rosenheim. Uekermann, in ihrer Studienzeit studentische Frauenbeauftragte, umriss die Entwicklungsgeschichte der Frauenrechte in den letzten 100 Jahren. Viel wurde erreicht, seitdem 1918 die Frauen über einen Antrag der SPD das aktive und passive Wahlrecht erhielten und Marie Juchacz, Gründerin der Arbeiterwohlfahrt (AWO), als erste Frau im Parlament sprach. Viel passierte aber auch im Vorfeld. 1891 erschien das Frauenwahlrecht zum ersten Mal im Wahlprogramm der SPD. 1895 gab es den ersten Gesetzesentwurf, der aber an der bürgerlichen Mehrheit scheiterte. Frauen erhoben im internationalen europäischen Kampf die Stimmen, 1910 gab es in Kopenhagen eine Frauenkonferenz, die sich mit den Frauenrechten befasste. Hieraus entstand ein internationaler Kampftag am 8. März, dem heutigen Internationalen Frauentag. 1918 war es dann soweit, im ersten geschlechtergemischten Parlament gab es 37 weibliche Abgeordnete, das entsprach ca. 9 Prozent. Dies wuchs auf 36 Prozent im Jahre 2013 an.

Also stellt sich die Frage: Gleichstellung – ist das heute noch zeitgemäß? Haben wir nicht schon alles erreicht? Der Deutsche Bundestag ist seit der letzten Wahl männlicher als zuvor. Der Anteil an Frauen sank auf 30,7 Prozent. Grund dafür ist nicht zuletzt der Einzug der AfD in den Bundestag, ihre Fraktion ist mit Abstand die männlichste. In der vorläufigen Sitzverteilung sind nur zehn der 93 Abgeordneten Frauen. Auch die FDP- und die Unionsfraktion ziehen den Schnitt bei den Frauen nach unten. Nach der Wahl 2013 lag zum Beispiel der Anteil der weiblichen Abgeordneten bei CDU/CSU noch bei einem Viertel, nun wird es nur noch ein Fünftel sein. Einzig SPD und Grüne haben Ihren Frauenanteil auf 40 bzw. 50 Prozent gesteigert.

Vieles, das die Frauenrechte betrifft, ist immer noch nicht selbstverständlich, wie Johanna Uekermann anhand eines Beispiels aus der jüngsten Vergangenheit aufzeigt. Eine Ärztin informierte auf ihrer Website über Abtreibungen und wurde aufgrund des § 219a StGB angeklagt, da dies verbotener weise Werbung darstellt. Das Gericht verurteilt sie zu einer Geldstrafe von 6000 €. Johanna Uekermann stellt klar: „Allein, dass so etwas heute noch strafbar ist, zeigt, dass die Arbeit noch nicht getan ist!“ Eine Vielzahl an Frauenberufen, wie Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege ist heute weder sozial noch finanziell mit vergleichbaren typischen Männerberufen gleichgestellt. Die Betreuung der eigenen Kinder liegt immer noch hauptsächlich in Frauenhand. Formal haben Frauen die gleichen Rechte wie Männer, aber praktisch und strukturell herrscht noch ein großer Nachholbedarf.

Uekermann endete mit dem Aufruf, dass Frauenpolitik wieder in den Fokus gerückt werden müsse, denn Frauenpolitik bedeute nicht immer gleichzeitig Familienpolitik! „Die Hälfte der Welt steht uns zu, es lohnt sich weiterzukämpfen!“, so die stellvertretende Vorsitzende der BayernSPD abschließend. Die Stadt- und Bezirksrätin Elisabeth Jordan überreichte Johanna Uekermann dem Motto entsprechend Sekt und Selters und dankte ihr für den kurzweiligen und kämpferischen Vortrag. „Ich schließe mich Britta an - wir können froh sein, solch junge, starke Frauen in der SPD zu haben“, so Jordan. Der Abend endete in gewohnter Weise mit einer lebhaften Diskussion zum Thema bei einem Gläschen Sekt – oder Selters.

SPD-Unterbezirk Rosenheim Stadt AG AsF

Quelle: rosenheim24.de

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