Kunstradsport Europameisterschaft

Ramona Dandl gewinnt EM-Bronze

+
Siegerinnen der Junioren Hallenrad EM 2018; Dritte von links: Bronzemedaillengewinnerin Ramona Dandl von der Soli Bruckmühl auf den Schultern ihres Trainer Michael Niedermeier

Bruckmühl - Ramona Dandl erzielt im schweizerischen Bazenheid bei St. Gallen mit 157,60 Punkten von 182,50 Platz 3 im 1er Kunstradsport. Sie krönt damit ihr letztes Juniorenjahr (U19) und den diesjährigen Saisonschluss mit einer EM-Bronzemedaille und einem Trepperlplatz. Europameisterin wurde überzeugend die Österreicherin, Julia Walser, mit 174,79 ausgefahrenen Punkten gefolgt von ihrer Landsfrau, Lorena Schneider, mit 158,96 Punkten. Die Deutsche Teamkollegin, Theresa Klopfer, belegte mit 147,70 Punkten Platz 5.

Obwohl Ramona sich sehr souverän und ausdrucksstark präsentierte, sorgte sie für einen Kunstradkrimi. Der zweifache Drehsprung, eine Höchstschwierigkeit im Kunstradsport und eine sehr komplexe Bewegung, führte bei ihrem Programm nach eineinhalb Umdrehungen zum Sturz mit rund 5 Punkten Abzug. „Mit so etwas muss man bei dieser Übung und diesem hohen sportlichen Level immer rechnen“ so Trainer Michael Niedermeier. Zwei kleinere Tipper auf dem Boden zwei Übungen später, nach dem Reitsitzsteiger rückwärts, waren wohl Folge einer klitze kleinen Unkonzentriertheit und der enormen Anspannung bei so einem Wettbewerb. Es knisterte in der vollen Arena mit circa 1.000 Leuten vor Spannung im Publikum. Unter dieser Atmosphäre und den zusätzlichen Druck aus den vorausgegangen Fehlern zeigte sie ihre Wettkampfstärke und ihr sehr gutes Fehlermanagement. Es war ihr einfach schön zuzuschauen. Entschlossen kürzte sie die drittletzte Übung auf die Hälfte, eine trainierte taktische Maßnahme, um Zeitprobleme mit möglichst wenig Punktabzug zu bewältigen. „Das hat mir sehr gut gefallen, wie sie das restliche Programm unbeirrt und klar mit schöner persönlicher Ausstrahlung durchzog“ so Trainer Michael Niedermeier. Nach dem Schlussgong war sie einen hundertstel Punkt vor Lorena Schneider. Der Atem und die Zeit in der Halle schienen zu stehen, als die Jury sich noch beriet. Bevor der Kommissärsobmann die Wertung freigab und das Ergebnis mit dem Rang bestätigt wurde, ging das Punkte Ergebnis nochmal um 1,37 Punkten nach unten. Dies ergab Platz 3 was sich als Endergebnis bestätigte, nachdem Titelfavoriten Julia Walser anschließend ein sehr gutes Programm zeigte.

Soweit die Einzelwertung der EM. Dazu ist die Leistung von Ramona als Ganzes zu würdigen. Seit Anfang Februar kämpfen die deutschen Sportlerinnen um die beiden begehrten Deutschen EM-Tickets mit 6 Junior-Masters-Starts, die sie alle samt mit Platz 1 für sich entschied. Auch auf der oberbayerischen Meisterschaft und bayerischen Meisterschaft ging sie jeweils als Siegerin hervor, ebenso wie beim Ländervergleichskampf gegen die Schweiz. Jedes Wochenende ein Wettkampf oder ein intensives Kadertraining, da ist stets körperliche und mentale Höchstleistung gefordert. Parallel dazu hatte sie die „Challenge“ Abitur mit den vielen Prüfungen für das zweite Halbjahr Q12 und die drei schriftlichen Abitur Prüfungen; das Matheabitur drei Tage nach der Deutschen Meisterschaft, die sie mit Platz vier abschloss. Fünf Tage später Latein, am übernächsten Tag Anreise mit der Nationalmannschaft. Dann am ersten Tag der Europameisterschaft das Deutschabi – fünf Stunden schriftliche Prüfung, in Lindau, der südwestlichsten bayerischen Schule, anschließend eineinhalbstunden Rückfahrt - wofür sie für einen halben Tag die Nationalmannschaft und das Training verließ. Den Prüfungsort hat man dorthin verlegt, um die Fahrzeiten überhaupt bewältigen zu können. Tags drauf der Start auf der EM – 5 Minuten Kunstradfahren in einer kleinen Arena zum Saisonabschluss mit Bronzemedaille.

All das in dieser Zeit unterzubringen, ist schon eine Spitzenleistung in Selbstführung und dazu immer Spitzenergebnisse. Es ist Ausdruck einer starken Persönlichkeit, diese mentale Stärke und Disziplin über so einen so einen langen Zeitraum aufzubringen und den enormen Leistungsdruck Stand zu halten. Dies verdient Hochachtung.

Ohne ein starkes Team an Trainern, Freunden, Förderern und Eltern wäre so etwas nicht zu leisten und durchzustehen. Sie alle waren und sind da, trugen sie durch manches Tal und haben sie durch diese Zeit begleitet. Sie sind mitgekommen, haben mitgefiebert und sich am Ende mit Ramona gefreut. Es kann sich glücklich schätzen, wer so etwas hat und das erfahren darf.

Soli Bruckmühl, Hubert Dandl

Quelle: mangfall24.de

Zurück zur Übersicht: Vereine & Parteien

Mehr zum Thema

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweis

Inhalte Drittanbieter
Die in diesem Ressort aufgeführten Artikel und Meldungen stammen nicht von der OVB24-Redaktion, sondern von den Vereinen, Parteien und Behörden aus der Region. Die Inhalte dieser Pressemeldungen spiegeln nicht die Meinung der Redaktion. Die OVB24-Redaktion übernimmt für die Inhalte der Artikel keine Haftung und behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder zu löschen, sollten sie gegen den Pressekodex verstoßen.

Live: Top-Artikel unserer Leser