Bürgerkrieg mitten in Europa

FRONTSTADT DONEZK - ein Film direkt aus der Konfliktzone

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Die unabhängigen Kriegsreporter Nelja Oystrakh und Mark Bartalmai aus der Ost-Ukraine kommen für ein Filmgespräch am kommenden Samstag ins Kinocafé Taufkirchen und am Sonntag ins Cinewood Waldkraiburgh

Waldkraiburg - Der dreifache Oscar-Gewinner Oliver Stone hat ein Problem. Sein Film "Ukraine on fire" findet keinen Filmverleih für die Vermarktung in Deutschland. Was wie eine Verschwörung klingt hat eher wirtschaftliche Gründe. Den Konflikt in der Ostukraine haben wir aus dem Auge verloren. Syrien, Jemen, Ramstein und Trump - die Menschen in den selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk sind nicht mal mehr eine Randnotiz wert. Und somit auch kein lukratives Geschäft für die Filmindustrie.

Nicht nur deshalb hat es auch Mirko Möbius schwer. Den aus Sachsen-Anhalt stammenden Journalisten, der unter dem Psyeudonym Mark Bartalmai auftritt, zog es nach Ausbruch des Krieges 2014 in die umkämpfte Region. Dort dreht er Filme, in denen er seine persönliche Sicht zeigt. Kritisiert wird er dabei vor allem von anonymen, scheinbar linksextremen Gruppierungen aber auch vom ZDF-Politmagazin Frontal 21. Dabei stellt sich der Film "Frontstadt Donezk" weder auf die Seite der unerwünschten Volksrepubliken, in dem er die ukrainische Regierung in Grund und Boden verdammt, noch macht er sich eben bei dieser Regierung irgendwelche Freunde. Dafür sollen seine Aussagen im Film einfach zu kritisch sein. Außerdem wird Stimmung gegen ihn gemacht. Seinen Streifen soll er von Russland finanziert bekommen haben. Dass der Autor den Film alleine vorfinanziert hat und noch deutlich unter der Kostendeckung ist, spricht allerdings gegen eine Finanzierung aus Moskau. Wie es scheint sitzt Möbius mit seinem Film zwischen allen Stühlen.

Andrea Traber und Rainer Forster nehmen sich dem Thema an. Die beiden wollen den Blick auf den Bürgerkrieg in Europa schärfen. Mit zwei Stunden geballter Information aus einem Land, das die wenigsten im Westen kennen. Sie laden ein, sich zu informieren über Menschen und ihre ganz konkrete Lebenssituation in einem Kriegsgebiet. Der Film verspricht tiefe Einblicke in eine Lebensnormalität, die mindestens so überrascht, wie der Unterschied zwischen West- und Ostaleppo, den wir in den letzten Monaten zu Kentniss nehmen mussten. Und sie freuen sich, dass sie Mark Bartalmai und Nelja Oystrakh zu den Filmvorführungen in Taufkirchen und Waldkraiburg begrüßen können.

"Frontstadt Donezk" läuft am Samstag, den 8. April, um 20 Uhr im Kinocafe Taufkirchen und am Sonntag, den 9. April, um 17 Uhr im Cinewood Waldkraiburg. Nach den Filmvorführungen stehen die beiden Dokumentar-Filmer den Gästen für weitere Hintergrundinfos und auch kritische Nachfragen Rede und Antwort.

Rainer Forster

Quelle: innsalzach24.de

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