Bad Aibling

Nach der Bundestagswahl: Wie geht es mit der CSU weiter?

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Die wiedergewählte Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig (Mitte) zusammen mit (v.l.n.r.) Stephan Schlier, Dr. Thomas Geppert, Markus Stigloher und Bürgermeister Felix Schwaller.

Bad Aibling - Die beiden CSU-Ortsverbände Bad Aibling und Willing luden jüngst zu einer parteiinternen Diskussionsveranstaltung ins Johannisbad mit der Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig. Die CSU resümierte dabei über bisherige Ereignisse, Erfolge und insbesondere Rückschläge.

Rund vier Wochen liegt die Bundestagswahl 2017 zurück. Zwar konnten sich die Christsozialen in Bad Aibling bei einem Erststimmenergebnis von 46,28 % und einem Ergebnis von 39,53 % bei den Zweitstimmen klar als stärkste politische Kraft der Kurstadt behaupten, dasFazit der örtlichen Funktionsträger fiel ob der herben Verluste jedoch mehr als ernüchternd aus. 

Die Ursachen ehrlich zu analysieren, aufzubereiten und die richtigen Schlüsse zu ziehen lauteten daher die Zielvorgaben einer parteiinternen Diskussionsveranstaltung der CSU-Ortsverbände Bad Aibling und Willing, zu der die beiden Ortsvorsitzenden Dr. Thomas Geppert und Markus Stigloher ihre Mitglieder ins Johannisbad einluden. Als Rednerin und Gesprächspartnerin zum Thema "Wie geht es weiter mit der CSU?“ konnte die wiedergewählte CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig gewonnen werden, die als Mitglied des Parteivorstandes, Wortführerin in der CSU-Landesgruppe und stellvertretende Kreisvorsitzende die Partei in all ihren Facetten kennt.

Wieso verlor die Partei so viele Stimmen?

„Am Ergebnis der Union insgesamt wie dem der CSU in Bayern gibt es nichts schönzureden,“ bekannte eingangs Dr. Geppert. Umso wichtiger sei eine ordentliche Analyse gerade auch im Hinblick auf die Wählerwanderungen. Diese zeigt, dass die größten Verluste seitens der CSU an die FDP noch vor der AfD zu verzeichnen sind. 

Den Grund hierfür sieht Bad Aiblings Ortsvorsitzender in berechtigten Sorgen und Ängsten der Bürger, die trotz der guten wirtschaftlichen Lage bestünden. Diese Sorgen und Ängste seien im Wahlkampf zu kurz gekommen. Die Asylpolitik der Bundeskanzlerin sei mit Sicherheit ein entscheidender Faktor gewesen. Als allein ausschlaggebend sieht er dieses bestimmende Thema dennoch nicht an. 

Auch Mittelständler und breite Teile der Mittelschicht fühlten sich nicht ernst genommen und suchten bei der Wahl ein Ventil, das sie in Form der FDP und AfD fanden, so das Resümee vieler seiner Gespräche. Dr. Geppert dazu weiter: "AfD-Wähler sind jedoch nicht automatisch AfD-Anhänger. Viele haben aus reinem Protest gewählt!“

Mögliche Lösungsansätze

Als unglaubwürdig bezeichnete Ludwig die Reaktion Angela Merkels, die nach einer historischen Niederlage all ihre strategischen Ziele als erfüllt erklärte. An der Ergründung der Ursachen des momentanen Vertrauensverlustes liegt ihr daher besonders viel: Umfragen nach der Wahl belegten, dass 55 % der Befragten nach wie vor unzufrieden mit der bestehenden Flüchtlingspolitik seien und sieben von zehn Bürgern ein Auseinanderdriften der Gesellschaft befürchteten. 

Daniela Ludwig nimmt als wiedergewählte Bundestagsabgeordnete kein Blatt vor den Mund.

Für schädlich hält die CSU-Bundestagsabgeordnete eine Personaldebatte innerhalb ihrer Partei zum jetzigen Zeitpunkt. „Für uns gilt es jetzt bei den Koalitionsverhandlungen das Beste für unser Land herauszuholen und den Bayernplan so weit wie irgend möglich umzusetzen!“

Bei vielen Themen sieht Ludwig zudem ein Kommunikationsproblem. Die großen Erfolge der unionsgeführten Regierung konnten nicht ausreichend vermittelt werden. Aus erster Hand berichtet die Abgeordnete über den Zeitplan einer möglichen Jamaika Koalition. So sollen Sondierungen erstmals mit einem Papier beendet werden, über das die Grünen auf einem Parteitag abstimmen wollen, erst danach begännen die eigentlichen Verhandlungen. 

Ein Koalitionsvertrag soll schließlich bis Weihnachten ausgehandelt sein, über welchen die Union Mitte Dezember auf ihren Parteitagen entscheiden wolle, während FDP und Grüne voraussichtlich ihre Mitglieder befragten.

Die anschließende Diskussion kam an der CSU-Basis gut an, wurde doch Klartext gesprochen. Von der Landwirtschaft, über die Rente, die sogenannte "Ehe für alle“, Steuern und Energiepolitik bis hin zu den hochgehaltenen christlichen Werten reichte die Themenpalette. Mit verstärkt faktenbasierten Informationsveranstaltungen im Zeitalter der Fake-News will die CSU in Bad Aibling ihre Mitglieder und Bürger noch mehr informieren und einbinden.

Ausblick

Im Hinblick auf die Landtagswahl 2018 ist Stigloher, der zugleich die hervorragende Zusammenarbeit der Bad Aiblinger mit der Willinger CSU hervorhob, überzeugt, dass die CSU verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen und ihre alte Glaubwürdigkeit wiederherstellen kann. 

Sein Credo: "Wir müssen uns wieder an der Zielmarke 50 % + x orientieren!“ Dr. Geppert dazu abschließend: "Wenn wir es schaffen, die richtigen Antworten auf die großen Fragen zu geben und gleichzeitig die Sorgen der kleinen Leute ernst zu nehmen, dann wird die Landtagswahl definitiv anders ausgehen als die Bundestagswahl!“.

Pressemitteilung der CSU Bad Aibling

Quelle: mangfall24.de

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