Viele Russen und ein Weltcup

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Nachtskifahren für den kleinen Geldbeutel: Wie hier am Hocheck setzen heimische Skigebiete auf Familientourismus.

Rosenheim/Traunstein - War der Start in den Ski-Winter mit einem erneut zu warmen Dezember noch recht zäh, so sind die heimischen Skigebiete nun voll in der Spur.

Sie melden "reichlich Schnee auch bis ins Tal hinunter" und "ideale Bedingungen". Um gegen die Konkurrenz in Österreich bestehen zu können, setzen die Liftbetreiber auf mehr Komfort, Schneesicherheit, Familienrabatte. Offenbar mit Erfolg: "Plötzlich sind viele Russen da", meldet das Gebiet Winklmoosalm-Steinplatte.

Eine Schussfahrt in ein neues Ski-Zeitalter hinlegen - das will man auf dem Sudelfeld zwischen Brannenburg und Bayrischzell schon seit Jahren. Das Modernisierungspaket für Deutschlands größtes Skigebiet ist geschnürt, offene Fragen bei der Finanzierung, Genehmigung und Verlängerung der Pachtverträge verhinderten aber bislang die Umsetzung. Mitte 2012 soll es nun endlich losgehen.

Zwei Großereignisse sind dagegen schon in greifbarer Nähe: der Snowboard-Weltcup, der am Samstag, 28. Januar, auf dem Waldkopf Station macht (mit großer Eröffnungsparty am Freitag, 27. Januar) - und der erste "World Snow Day" auf dem Sudelfeld im Rahmen einer Kampagne des Internationalen Skiverbandes (FIS) am Sonntag, 22. Januar. Beim "Snow Day" gibt es für alle Kinder sogar kostenlose Skipässe (Anmeldeschluss am 18. Januar).

Snowboard-Elite und Kinder dürfen sich auf Super-Bedingungen freuen. "Denn der Schneedeckenaufbau ist derzeit perfekt", sagt Harald Gmeiner, Sprecher der Sudelfeld-Liftbetriebe. Da seien die Skifahrer in den letzten Tagen geradezu ins Schwärmen geraten. Dabei wurde nicht einmal künstlich nachgeholfen: Erst war es zum Beschneien zu warm und trocken, dann war es nicht mehr erforderlich.

Wo das Sudelfeld hin will, ist Reit im Winkl schon angekommen. Dort wurde das Familienskigebiet Winklmoosalm-Steinplatte vor zwei Jahren im großen Stil modernisiert - mit dem Ergebnis, dass das Gebiet laut ADAC-Skipass-Index am meisten fürs Geld bietet (wir berichteten).

Wie auch am Hocheck in Oberaudorf, auf dem Sudelfeld und auf der Kampenwand wollen die Betreiber in Reit im Winkl vor allem bei Skitouristen und Familien mit kleinem Geldbeutel punkten. Wenn der Komfort und das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen, scheint diese Rechnung nicht nur bei den Tagesausflüglern, sondern auch bei Urlaubern aufzugehen, die weiter anreisen müssen. Jedenfalls treffe man in den neuen Gondeln nicht nur Russen, sondern auch vermehrt Holländer und Slowenen, die es bislang vor allem ins benachbarte Tirol zog, erklärte Sepp Höflinger, Geschäftsführer des Skigebiets Winklmoosalm-Steinplatte, gestern im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dabei will man sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Die Snowboarder können sich heuer auf einem erweiterten Figurenpark austoben und zur nächsten Saison kommt eine neue Sechserbahn zum Scheibelberg mit Spezialförderband und Hubtisch, damit auch Ungeübte, Senioren und Kleinkinder spielend leicht einsteigen können.

Reit im Winkl gilt als ein "Schneeloch". Gleichzeitig sind die eher flachen Hänge rund um den Rosi-Mittermaier-Ort längst nicht so lawinengefährdet wie viele österreichische Steilpisten. Schneesicherheit ohne Lawinengefahr - das sind auch Trümpfe, die man am Hocheck ausspielen will. "Deshalb haben wir unsere Beschneiung noch ausgeweitet", so Hannes Rechenauer, Geschäftsführer der Hocheck-Bergbahnen.

Als die Bahn 2002 gebaut wurde, befürchteten Skeptiker, das neue Gebiet könne zum Flop werden. Zehn Jahre später sind die Betreiber aber sehr zufrieden mit der Entwicklung. Nachtskifahren oder rodeln kann man am Hocheck deutlich günstiger als in Österreich. Besonders stolz ist Rechenauer auf die Familien-Tageskarte für 59 Euro, die auch 17-Jährige einschließt. Eine weitere Besonderheit: Der Bahnhof ist nicht weit weg, deshalb "kommen zehn bis 20 Prozent unserer Gäste mit dem Zug", schätzt der Geschäftsführer.

Traumhafte Schneeverhältnisse vermeldeten gestern auch Kampenwand - dort setzt man nur auf Naturschnee - und Wendelstein. Am rauen Wendelstein, den vor allem geübte Skifahrer schätzen, ging gestern wegen Schneeverwehungen trotzdem nichts. Heute und morgen sollen die Pisten aber wieder befahrbar sein.

ls/Oberbayerisches Volksblatt

Quelle: rosenheim24.de

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