Wetter-Trend: "Sommertage" im November?

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Landkreis - Fast wäre es am Sonntag ein richtiger Sommertag geworden, nur ein Grad hat gefehlt. Doch wie entwickelt sich das Wetter eigentlich in den kommenden Tagen?

Das vergangene Wochenende war vielerorts schön warm. Der wärmste Ort war Geilenkirchen in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden am Samstag satte 24 Grad gemessen. Noch ein Grad mehr und wir hätten in Deutschland noch mal einen Sommertag erlebt und das an einem 1. November. Allerdings gab es auch einige Regionen, in denen sich der Nebel nicht auflösen konnte und dort blieb es dann kühler mit Werten zwischen 10 und 15 Grad. Aber selbst das ist für die Jahreszeit noch zu mild. Auch der Sonntag brachte wieder vielfach Höchstwerte bis 20 Grad im Schatten.

„In Sachen markanter Abkühlung tut sich relativ wenig. Bis Monatsmitte bleibt es für die Jahreszeit viel zu warm. Das ganze fühlt sich teilweise wie ein nie endender Altweibersommer an. So ein Mini-Frühwinter wie vor zehn Tagen ist derzeit nicht mehr in Sicht. Wir müssen uns schon jetzt damit abfinden, dass auch der November ein Monat werden wird, der Temperaturen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt bringen wird. Damit steigen die Chancen, dass das Jahr 2014 in Deutschland das wärmste Wetterjahr seit 1881 werden könnte“ erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Goldener November auf dem Samerberg:

Goldener November auf dem Samerberg

Hier einige Rekordwerte vom vergangenen Wochenende:

  • Norderney: am 1.1.2014 mit 16,6 Grad der wärmste Novembertag seit 1947
  • Bremen: am 1.1.2014 mit 20,1 Grad der wärmste Novembertag seit 1890
  • Düsseldorf: am 1.1.2014 mit 20,4 Grad der wärmste Novembertag seit 1969
  • Köln: am 1.1.2014 mit 20,2 Grad der wärmste Novembertag seit 1957
  • Plauen: am 1.1.2014 mit 18,4 Grad der wärmste Novembertag seit 1951
  • Zinnwald: am 1.1.2014 mit 16,2 Grad der wärmste Novembertag seit 1991

Nachfolgend die Höchstwerte für Deutschland in den kommenden Tagen:

  • Dienstag: 11 bis 17 Grad
  • Mittwoch: 8 bis 15 Grad
  • Donnerstag: 8 bis 13 Grad
  • Freitag: 8 bis 13 Grad
  • Samstag: 7 bis 12 Grad
  • Sonntag: 9 bis 15 Grad
  • Montag: 10 bis 15 Grad
  • Dienstag: 11 bis 16 Grad
Temperaturabweichungen vom langjährigen Durchschnitt im November. (Hier klicken zum Vergrößern)

Insgesamt ist es damit zwar nicht mehr ganz so warm wie am vergangenen Wochenende, allerdings liegen die Temperaturen immer noch im Schnitt um vier bis fünf Grad über den für November normalen Werten. Die Wetterlage ist dabei zweigeteilt. Entlang des Rhein sowie westlich davon schieben sich immer Regenwolken ins Land. Dort wird es nass. Im großen Rest dagegen ist es zwar auch oftmals trüb oder neblig, allerdings bleibt es dort weitgehend trocken. Hoch Quinn in Osteuropa hält weiter dagegen. Auch die Nächte sind relativ mild. Frost ist nur selten zu erwarten. Hier und da kann es unter Umständen mal für Bodenfrost reichen.

Das milde Wetter hält die Heizkosten niedrig. Auch Winterdienstunternehmen können sich erst einmal entspannen. Einsätze sind kaum nötig.

Trend für den restlichen November

Der Klimatrend des amerikanischen Wetterdienstes hatte bereits vor Wochen auf einen deutlich zu milden November gesetzt. Das scheint sich derzeit zu bestätigen. Auch der aktuelle Klimatrend sieht für den November positive Temperaturabweichungen. Im Schnitt könnte der Monat demnach zwei bis drei Grad wärmer als „normal“ ausfallen.

Temperaturabweichungen vom langjährigen Durchschnitt im Dezember. (Hier klicken zum Vergrößern)

Auch der Trend für den Dezember sieht nicht wirklich milder aus. Hier werden ebenfalls Temperaturen berechnet, die lokal 2 bis 3 Grad über den langjährigen Durchschnittswerten  liegen könnten. „Es ist wie gesagt erstmal nur ein Klimatrend. Wollen wir hoffen, dass es nicht so extrem kommt. Allerdings wäre es nach dieser warmen Vorgeschichte des Jahres nicht verwunderlich. Wir stehen unmittelbar vor dem wärmsten Wetterjahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881“ so Wetterexperte Jung. Die Großwetterlage müsste sich in den letzten knapp acht Wochen des Jahres noch einmal fundamental umstellen, um das zu verhindern. Ausgeschlossen ist das allerdings nicht und entschieden schon gar nicht!

Pressemitteilung von Diplom-Meteorologe Dominik Jung von www.wetter.net

Quelle: rosenheim24.de

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