Afghanistan: Angriff auf NATO-Stützpunkt

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Ein Soldat der afghanischen Nationalarmee steht bei der Leiche eines der Selbstmordattentäter in der Provinz Chost.

Kabul - Getarnt mit US-Uniformen haben rund 50 schwer bewaffnete Aufständische am Wochenende im Osten Afghanistans gleichzeitig einen Stützpunkt der NATO-Truppen und eine nahe gelegene Kaserne angegriffen.

Die Angreifer konnten aber zurückgeschlagen werden, mindestens 21 Aufständische wurden getötet und fünf gefangengenommen, wie die NATO mitteilte. Vier Kämpfer waren Selbstmordattentäter mit Sprengstoffgürteln. Die an dem Angriff in der Provinz Chost beteiligten Islamisten gehörten nach NATO-Angaben zum Hakkani-Netzwerk, einer von Pakistan aus agierenden Gruppierung mit engen Verbindungen zur Terrororganisation Al-Kaida. Einer der Getöteten sei ein ranghoher Hakkani-Sprengstoffexperte, der Selbstmordanschläge organisiert habe, hieß es. Er kam bei einem Luftangriff der Truppen auf einen Lkw ums Leben, in dem die Angreifer flüchteten.

Der Angriff war offenbar Teil der Strategie der Aufständischen, die ausländischen Truppen in entlegenen Landesteilen zu attackieren und unter Druck zu setzen, während diese versuchen, ihre Kräfte auf den Süden des Landes mit den Hochburgen der Taliban zu konzentrieren.

Die Islamisten griffen den Stützpunkt Salerno und die nahe gelegene Kaserne Camp Chapman im frühen Morgengrauen mit Maschinengewehren, Granaten und Raketen an, wie Sprecher der NATO und der afghanischen Streitkräfte mitteilten. In Camp Chapman hatte im Dezember ein Selbstmordattentäter sieben Mitarbeiter des US-Geheimdienstes CIA in den Tod gerissen. Das afghanische Verteidigungsministerium erklärte, fünf afghanische Soldaten seien ums Leben gekommen. Vier US-Soldaten wurden nach NATO-Angaben verwundet. “Angesichts der Zahl der feindlichen Kräfte hätte es eine Katastrophe für Chost werden können“, sagte Polizeichef Hakim Ischaksai. “Glücklicherweise haben wir das verhindert.“

Sieben US-Soldaten getötet

Bei weiteren Gefechten im Süden und Osten Afghanistans wurden am Wochenende insgesamt sieben US-Soldaten getötet, wie die NATO mitteilte. Zwei Soldaten seien am Sonntag bei Bombenanschlägen im Süden des Landes getötet worden. Dort waren schon am Samstag zwei Soldaten Anschlägen zum Opfer gefallen, drei Soldaten wurden im Osten Afghanistans getötet.

Damit stieg die Zahl der im August in Afghanistan getöteten US-Soldaten auf 42, im Juli waren es sogar 66. Die internationalen Truppen in Afghanistan verloren in diesem Monat bislang insgesamt 62 Soldaten. Die Kämpfe in Afghanistan haben mit der von Präsident Barack Obama angeordneten Aufstockung der US-Truppen um 30.000 Mann stetig zugenommen. Insgesamt 120.000 ausländische Soldaten sind inzwischen in dem Land stationiert, darunter 100.000 US-Soldaten. Die meisten der neuen Soldaten wurden in die besonders umkämpften südlichen Provinzen Helmand und Kandahar geschickt, wo die radikalislamischen Taliban ihre Hochburgen haben.

Fünf Wahlkampfhelfer getötet

In der westlichen Provinz Herat wurden am Sonntag die Leichen von fünf entführten Wahlkampfhelfern gefunden. Sie hatten für eine der wenigen weiblichen Kandidatinnen bei der Parlamentswahl am 18. September gearbeitet. Am Mittwoch waren sie von Bewaffneten verschleppt worden. Es wurde vermutet, dass die Taliban dafür verantwortlich waren.

apn

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