Baby aus australischem Parlament verwiesen

Canberra- Sarah Hanson-Young brachte ihre zweijährige Tochter mit an den Arbeitsplatz - ins australische Parlamant. Weil Senatspräsident John Hogg das Baby der Senatorin aus dem Saal verwies, ist in Australien eine Debatte über Kinder am Arbeitsplatz entbrannt.

Die Senatorin Sarah Hanson-Young brachte am Donnerstagabend ihre kleine Tochter Kora mit zu einer Abstimmung, nachdem sie keine Betreuung für das Mädchen hatte finden können. Kora spielte einige Minuten friedlich, bis Senatspräsident John Hogg sie des Plenarsaales verwies.

Das Mädchen schrie heftig, als ein Mitarbeiter sie vom Arm der Mutter nahm und hinaustrug. “Wir können hier während einer Abstimmung kein Kind zulassen“, sagte Hogg zu der Grünen-Politikerin Hanson-Young. Der Hausordnung zufolge dürfen Senatoren ihre Kinder nur in den Plenarsaal mitbringen, solange diese gestillt werden. Das Parlament in Canberra verfügt seit diesem Jahr über eine Kindertagesstätte.

Hanson-Youngs Kollegen waren unterschiedlicher Meinung über den Zwischenfall. Ihr Parteikollege Senator Bob Brown sagte, Kinder sollten niemals ausgeschlossen werden. “An keinem Arbeitsplatz sollten Mütter oder Väter von so kleinen Kindern auf diese Weise (von ihren Kindern) getrennt werden“, sagte er.

Die Kinder- und Familienbeauftragte von New South Wales, Gillian Calvert, sagte: “Es scheint kein Problem zu sein, wenn Erwachsene im Parlament schreien, also ist der Lärm offenbar nicht das Problem.“ Die Abgeordnete Pru Goward erklärte hingegen, Kinder könnten “sehr ablenkend“ sein, und Hoggs Entscheidung sei nicht verwunderlich.

ap

Rubriklistenbild: © dpa

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