Bohrloch bleibt auch bei Sturm verschlossen

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Die Verschlusskappe auf dem Bohrloch im Golf von Mexiko bleibt auch während des Sturms "Bonnie" montiert.

New Orleans - Die Ende vergangener Woche auf das Bohrloch im Golf von Mexiko aufgesetzte Verschlusskappe bleibt auch während des erwarteten Tropensturms “Bonnie“ verschlossen.

Das sagte der US-Koordinator für die Bekämpfung der Ölkatastrophe, Thad Allen, am Donnerstag. Zuvor hatte es Überlegungen gegeben, die Ventile an der Verschlusskappe zu öffnen, um einer Beschädigung durch Überdruck vorzubeugen. Die riesige Kappe fängt das austretende Öl auf. Laut Allen sind die Experten nun davon überzeugt, dass die Vorrichtung auch mehrere Tage unbeaufsichtigt zurückgelassen werden kann. Allen ordnete am Donnerstagabend an, Dutzende Schiffe aus der Region abzuziehen.

Zwar ziehe kein Hurrikan auf, doch handele es sich um einen größeren Sturm, und deshalb müssten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden, sagte er in Mobile im US-Staat Alabama. Tropensturm “Bonnie“, der den Vorhersagen zufolge am Samstag den Golf von Mexiko erreicht, dürfte die kurz vor dem Abschluss stehenden Arbeiten an einer Entlastungsbohrung um bis zu zwölf Tage verzögern, wie Allen und Vertreter von BP erklärten.

Die Bohrung soll genutzt werden, um Schlamm und Zement in die Ölquelle zu pumpen und sie so dauerhaft zum Versiegen zu bringen. Zu den Schiffen, die wegen “Bonnie“ abgezogen werden, zählt auch jenes, von dem aus die Bohrung vorangetrieben wird. Zwar würden die Arbeiten dadurch verzögert, doch gehe die Sicherheit der Menschen vor, erklärte Allen. “Bonnie“ hat nach Angaben des US-Hurrikan-Zentrums in Miami bereits zu Überschwemmungen in Puerto Rico, der Dominikanischen Republik und in Haiti geführt. Am Donnerstagabend nahm der Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 65 Kilometern pro Stunde Kurs auf die Bahamas.

dapd

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