Brasilien: Gericht verurteilt McDonald's

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Filmemacher Morgan Spurlock hatte in seinem Film „Super Size me“ die ungesunden Folgen täglichen Fast-Food-Konsums an sich selbst getestet.

São Paulo - McDonald's muss einem Ex-Mitarbeiter in Brasilien eine Entschädigung von umgerechnet 750 Euro zahlen, weil er während seiner Arbeit nur Produkte der US-Fast-Food-Kette als Mahlzeit bekam.

Ein brasilianisches Arbeitsgericht gab nach Angaben der Zeitung Folha de São Paulo (Samstag) der Klage des 22-jährigen Rafael Luiz statt. Der hatte von 2005 bis 2007 in einer McDonald's- Filiale in Ribeirão Preto gearbeitet, rund 300 Kilometer von São Paulo entfernt. Er habe während seiner Arbeitszeit nur Burger, Pommes Frites sowie die Erfrischungsgetränke der US-Fast-Food-Kette zur Verfügung gestellt bekommen und nicht etwa Gutscheine, um sich woanders etwas zu essen zu kaufen.

In erster Instanz war er mit seiner Klage gescheitert. Im Berufungsverfahren hatte die Verteidigung dann aber den Film “Super Size Me“ ins Feld geführt und das Gericht offensichtlich überzeugt. In dem Streifen von 2004 ernährte sich der New Yorker Filmemacher Morgan Spurlock im Selbstversuch 30 Tage lang unter medizinischer Beobachtung ausschließlich von McDonald's-Produkten. Das Ergebnis war unter anderem eine deutliche Gewichtszunahme und erheblich höhere Cholesterinwerte. Es sei mittlerweile öffentlich anerkannt, dass die tägliche Einnahme von Fast Food als eine Hauptmahlzeit auf lange Sicht schädlich sei, hieß in dem jetzt ergangenen Urteil.

McDonald's erwägt eine Berufung gegen das Urteil.

dpa

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