Die Christbaumkugel

Bevor es Christbaumkugeln gab, wurde der Weihnachtsbaum mit Früchten und Zuckerwaren behängt. Die Früchte, zumeist eingelagerte Winteräpfel, waren in den harten Wintermonaten Mangelware und hatten für die Menschen damals eine große Bedeutung.

In den Schlössern und der adeligen Bevölkerung wurden die Früchte später zuerst vergoldet, dann durch wertvolle, versilberte Glaskugeln ersetzt. Dies erklärt, warum die ersten urkundlichen Berichte meist aus dem Adel stammen. Der Brauch, Christbäume mit funkelnden Kugeln zu schmücken, stammt also nicht aus dem Volk.

1870 erfindet Justus Liebig aus Morgenstern bei Gablonz die Kunst, Glaskörper von innen zu versilbern. Aus Gablonz stammt auch die Familie Krebs, die heute in Rosenheim Glas-Christbaumschmuck produziert. 1878 spricht die Sonneberger Handels- und Gewerbekammer von „jährlich wachsender beifälliger Aufnahme“ des Glas-Christbaumschmucks aus Thüringen. Dorthin waren die Glasbläser Böhmens im Zuge der Gegenreformation vertrieben worden. 1893 ist der Glasschmuck an Weihnachtsbäumen nicht mehr wegzudenken.

Bis heute hat sich der Brauch des Weihnachtsbaumschmückens und der Glaskugel auf der ganzen Welt verbreitet. So ist der ursprünglich rein deutsche Brauch, losgelöst vom christlichen Symbol, beispielsweise auch in Japan, Afrika, Südamerika oder Australien zu finden. Traditionelle Kugelfarben wie Rot, Gold und Silber sind finden sich inzwischen neben modischen Tönen wie Azurblau, Bordeaux, Kupfer und vielen mehr.

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