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Hotspot in Berlin

Berliner Kult-Wirt rechnet mit Corona-Sperrstunde ab und zieht Vergleich - „Das ist Schwachsinn“

Der Berliner Gastwirt Norbert Finke steht nach der Urteilsverkündung vor dem Landgericht Berlin.
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Der Wirt der Berliner Kult-Kneipe „Klo“ klagte gemeinsam mit einigen anderen Wirten gegen die Sperrstunde in Berlin. (Archivbild)

Am Freitag kippte das Verwaltungsgericht in Berlin die angekündigte Sperrstunde für die Gastronomie. Mehrere Wirte, darunter Norbert Finke, hatten geklagt. Er rechnet nun mit der Corona-Sperrstunde ab.

  • Berlin ist der Corona*-Hotspot Deutschlands während der zweiten Welle*.
  • Das Verwaltungsgericht hat nach einer Klage mehrerer Wirte die geplante Sperrstunde für die Gastronomie gekippt.
  • Norbert Finke, einer der Kläger, erklärt seine Beweggründe und warum er die Sperrstunde für „Schwachsinn“ hält.

Berlin - Die Hauptstadt Berlin ist aktuell der Corona-Hotspot in Deutschland. Ganze acht Bezirke übersteigen den kritischen 7-Tage-Inzidenz-Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen deutlich. Der Berliner Senat hat als Maßnahme zur Senkung der Corona-Zahlen unter anderem eine Sperrstunde für die Gastronomie beschlossen. Diese wurde jedoch nach einer Klage mehrerer Wirte vom Verwaltungsgericht gekippt.

Im Video: Neukölln ist Deutschlands Corona-Hotspot

Corona in Berlin: Wirte erwirken Aufhebung der Sperrstunde vom Verwaltungsgericht

Norbert Finke ist Inhaber einer wahren Kult-Kneipe der Hauptstadt. Das „Klo“, wie die Gaststätte heißt, befindet sich im Berliner Bezirk Charlottenburg. Dort liegt die 7-Tage-Inzidenz* laut aktuellem Corona-Lagebericht derzeit bei einem Wert von 90,2, also deutlich über dem definierten Warnwert. Als Maßnahme zur Eindämmung der hohen Corona-Zahlen beschloss der Berliner Senat eine Sperrstunde für die Gastronomie ab 23 Uhr. „Schwachsinn“, findet Finke und erklärt in seinem Gespräch mit dem Focus, warum er gemeinsam mit anderen Wirten dagegen klagte und eine Aufhebung vor dem Verwaltungsgericht erwirkte.

Zunächst stellte Finke klar, dass er das Coronavirus* sehr ernst nehme. Allerdings finde er die Bevormundung der Berliner Wirte nicht richtig. Bei ihm sei kein Gast ein- oder ausgegangen, der sich mit dem Coronavirus* infiziert hat, erklärte der Kult-Wirt. „Wenn sich jemand hier angesteckt hat, dann werden wir zehn Tage geschlossen. Damit muss ich leben und das ist auch richtig so“, sagte Finke. Allerdings sei eine „willkürliche Schließung“ seiner Kneipe falsch.

Sperrstunde für Gastronomie mach für Finke keinen Sinn

Finke erklärte, dass eine Schließung der Gastronomie um 23 Uhr seiner Meinung nach keinen Sinn macht. „Das Virus hält sich nicht an eine Uhrzeit“, sagte der „Klo“-Inhaber. Die Schließung der Betriebe sei eine Bevormundung der Leute. Den kleinen Geschäften und Kneipen, die erst am Abend öffnen, würde die Sperrstunde enorm schaden.

Im Video zeigte Finke, wie er das „Klo“ an die Umstände der Corona-Pandemie* angepasst hat: Markierungen am Boden erinnern an den zu haltenden Abstand, Formulare zur Kontaktnachverfolgung, zudem sind Schilder angebracht, die auf die Maskenpflicht hinweisen. „Wir haben viel Geld reingesteckt, um den Auflagen nachzukommen. Wir richten uns danach“, beteuerte der Kult-Wirt.

Finke: „Im Bordell darf man sich ab 23 Uhr aufeinanderlegen, bei uns darf man nicht nebeneinander sitzen“

Man halte sich an die Spielregeln und somit könne in seinem Laden, im Gegensatz zu Parkanlagen oder Demos, kaum etwas ausbrechen. Darüber hinaus äußerte sich Finke dazu, dass Bordelle weiterhin öffnen dürfen. „Da darf man sich ab 23 Uhr aufeinanderlegen. Bei uns dürfen Sie ab 23 Uhr nicht nebeneinander sitzen“, beklagte der Wirt. „Das ist Schwachsinn.

Abschließend sprach Finke über die Situation bei seinen Berliner Gastwirt-Kollegen. Er sagte, es gebe durchaus schwarze Schafe in der Szene, die sich nicht an die vorgegebenen Regeln hielten. Sein Appell: „Bitte haltet euch an die Regeln. Wir müssen einfach jetzt zusammenhalten, damit wir ein paar Mark kriegen, damit wir die Miete zusammenkriegen.“ (ph) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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