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Coronavirus-Krise noch lange nicht am Ende

Wirkt der harte Lockdown? Münchner Forscher stellen düstere Prognose - drei Bundesländer vor schweren Tagen

Damit Corona-Infektionen und -Todesfälle nicht komplett außer Kontrolle geraten, ist Deutschland bis Januar im harten Lockdown. Doch langsam stellt sich die Frage nach den Resultaten.

  • Während des harten Dezember-Lockdowns* ist es in Deutschland still geworden.
  • Statistiker der LMU München analysieren das Infektionsgeschehen, um die Wirkung der Einschränkungen zu prüfen.
  • Besonders in Bezug auf die Todesfälle zeichnen sie ein düsteres Bild für die kommenden Wochen.

München - Deutschland hat sich heruntergefahren: Mitte Dezember ist das Land von einem lighten zu einem vergleichsweise harten Lockdown übergegangen. Gastronomie, Einzelhandel und Kosmetikstudios sowie Friseure sind geschlossen, es gelten strenge Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen. Angesichts des Infektionsgeschehens war das wohl unumgänglich. Doch zeigen die strikten Maßnahmen auch die gewünschte Wirkung?

Ein Team von Statistikern der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) analysiert die aktuellen Zahlen regelmäßig mit eigens entwickelten Verfahren - und kommt nun zu eher beunruhigenden Schlüssen. Das vorläufige Fazit zum harten Lockdown: Man kann noch nicht sagen, ob er Wirkung zeigt. Inkubationszeit und Meldeverzögerungen machen eine realistische Einschätzung der Entwicklung nach dem 8. Dezember noch unmöglich, heißt es in einem Bericht der Wissenschaftler.

In Bezug auf den Lockdown light aus dem November können die Wissenschaftler um die Professoren Göran Kauermann und Helmut Küchenhoff jedoch sagen, dass es nach einer zwischenzeitlichen Reduktion der Fallzahlen ab dem 21. November bis zum 8. Dezember zu einem erneuten Anstieg gekommen ist.

Wirkt der Corona-Lockdown in Deutschland? Ein Wert ist besonders problematisch

Sorgen macht den Forschern eine andere Zahl: die der Todesfälle. Denn auch wenn die Maßnahmen Wirkung zeigen sollten, ist es für viele Menschen bereits zu spät. Die Statistiker haben errechnet, dass von allen Menschen, die sich in der 51. Kalenderwoche (14.-20. Dezember) infiziert haben, wohl etwa 6.500 in den kommenden Wochen an der Krankheit sterben werden. Das sind durchschnittlich etwa 900 Personen am Tag. Zwischen der Infektion und dem Tod können bis zu sechs Wochen liegen. Auch wenn die Fallzahlen stagnieren sollten, wird es also noch einige Zeit dauern, bis auch die Zahl der Todesfälle wieder sinkt.

Besonders betroffen von dieser Entwicklung ist aktuell das Bundesland Sachsen. Dort ist laut den Forschern der LMU mit bis zu 60 Todesfällen auf 100.000 Einwohner zu rechnen. Besonders ältere Menschen sind betroffen. Neben Sachsen spitzt sich die Lage aber auch in anderen Bundesländern zu. In Thüringen, Brandenburg und auch Sachsen-Anhalt steigen die Todesfälle in den letzten Wochen exponentiell an. Es wird erwartet, dass Thüringen und Brandenburg Sachsen bei den Todeszahlen pro 100.000 Einwohner sogar noch überholen werden. Die drei Länder weisen damit laut den Wissenschaftlern „eine ca. 3-fach höhere Sterblichkeit als die meisten anderen Bundesländer“ auf.

Corona-Lockdown in allen Bundesländern: In Sachsen gibt es besonders viele Tote

Erklären lassen sich die steigenden Todeszahlen offenbar mit einer drastischen Zunahme der Infektionen bei den Über-80-Jährigen. Die Münchner Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass seit September die Zahl der Neuinfektionen in dieser Altersgruppe in fast allen Bundesländern kontinuierlich wächst. Dafür sinkt dieser Wert bei Jüngeren oder flacht zumindest ab. Ältere sterben jedoch häufiger an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung*. Ausnahme von diesem Trend sind die vier oben erwähnten Bundesländer. Dort steigt die Inzidenz in allen Altersgruppen unvermindert an.

Zwar unterscheidet sich die Entwicklung der Todeszahlen regional stark, eines haben alle der Analyse zufolge gemeinsam: „So ist in allen Ländern ein ab Mitte September bis Ende Oktober beginnender und bis heute andauernder exponentieller Anstieg der Todesfälle in der ältesten Bevölkerungsgruppe zu verzeichnen. Analog zu den Neuinfektionen* ist auch hier das stärkste Wachstum in Sachsen zu beobachten.“ Entwarnung sieht anders aus. (mam) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes

Rubriklistenbild: © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

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