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Mumifizierte Leiche saß unter Deck

Rätsel um toten deutschen Segler gelöst

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Die Segeljacht trieb etwa hundert Kilometer vor der Stadt Barabo an der philippinischen Südküste auf der Seite. Die verwesende Leiche des Deutschen fand man unter Deck.

Manila - Seine verwesende Leiche fand man auf einer Jacht, die vor der Küste der Philippinen umhertrieb. Jetzt hat die Polizei die Todesursache geklärt.

Der Mann sei einem Herzinfarkt erlegen, sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch nach einer Autopsie. Er war demnach schon etwa sieben Tage lang tot, als Fischer ihn am Freitag vergangener Woche auf seinem Schiff fanden. Die starke Mumifizierung der Leiche erklärt sich wohl durch die heißen Temperaturen und die salzige, trockene Seeluft. 

Die auf der Seite treibende Segeljacht war etwa hundert Kilometer vor der Stadt Barabo an der philippinischen Südküste entdeckt worden. Die Leiche des Mannes wurde nach Polizeiangaben unter Deck gefunden. Er saß zusammengesunken an einem Tisch, sein Kopf auf seinen rechten Arm gestützt, "als ob er schliefe". Möglicherweise hatte der Mann, der seit 20 Jahren auf der "Sayo" um die Welt segelte, noch verzweifelt versucht, Hilfe zu holen, denn er saß direkt neben dem Funkgerät. 

Die Polizei fand deutsche Ausweispapiere und Familienfotos an Bord, über die sie den Toten identifizierten. Berichten englischsprachiger Medien zufolge handelt es sich um einen 59-Jährigen. Laut philippinischer Polizei organisiert die deutsche Botschaft in Manila die Anreise einer Angehörigen zur Identifizierung des Toten. "Offenbar hat er eine Tochter in Deutschland, und die Botschaft lässt sie einfliegen, um die Leiche zu identifizieren", sagte der Polizeichef von Barobo auf Mindanao, Dominador Plaza, der Nachrichtenagentur AFP. Obwohl es keine Hinweise auf Fremdverschulden gab, leitete die Polizei Ermittlungen ein.

Ein letztes Lebenszeichen

Ein Freund des Toten, der ihn laut bild.de aus einem Kegelklub in Wuppertal kennt, sagte der Online-Ausgabe der Zeitung, dass sein Bekannter vor 20 Jahren ausgewandert sei. "Erst nach Holland, dann wollte er mit seiner Frau auf Weltreise gehen. Seitdem habe ich ihn nicht mehr gesehen", sagte Manfred B. Sie hätten ein- bis zweimal pro Jahr im Online-Netzwerk Facebook Kontakt gehabt und sich gegenseitig zum Geburtstag gratuliert.

Die Frau des Verstorbenen war 2010 an Krebs verstorben. Ohne sie hatte er seine Reise fortgesetzt. Eine herzergreifende handgeschriebene Notiz an sie findet sich auf einem Online-Forum für Seefahrer: "Dreißig Jahre lang gingen wir denselben Weg. dann war die Macht der Dämonen stärker als der Wille zu leben. Du bist gegangen. Möge deine Seele ihren Frieden finden."

afp/hn

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