Enkel-Mörderin wird vielleicht ausgeliefert

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Washington/Stuttgart - Sie soll ihren fünfjährigen Enkel ermordet haben - dafür droht einer 71-jährigen Frau aus Böblingen in den USA die Todesstrafe. Nun soll sie vielleicht nach Deutschland ausgeliefert werden.

Baden-Württembergs Justizminister Ulrich Goll (FDP) will, dass der Tatverdächtigen in Deutschland der Prozess gemacht wird. Es sei ein Auslieferungsersuchen an die USA in die Wege geleitet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Donnerstag in Stuttgart. Auf Marianne B. könnte bei einem Mordprozess in Deutschland eine lebenslange Freiheitsstrafe zukommen, teilte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft mit.

Mit der Tat Anfang Januar in Florida wollte die 71-Jährige nach Ermittlungen der US-Behörden verhindern, dass der Junge in einer “Scheidungsehe“ aufwächst. Seine Eltern hatten sich bereits 2006 scheiden lassen. Nach Angaben der US-Behörden tötete sie den Jungen während eines Urlaubs im Ferienort St. George Island im Haus ihrer Tochter. Anschließend soll die Großmutter versucht haben, sich selbst das Leben zu nehmen. Der Junge habe meist bei seiner Mutter - der Tochter der Tatverdächtigen - im Bundesstaat Georgia gelebt.

Wie der lokale amerikanische TV-Sender WCTV kürzlich berichtete, beabsichtigt die Staatsanwaltschaft, die Höchststrafe durchzusetzen. Die Angeklagte habe bei einer Verhandlung vor einigen Tagen niedergeschlagen gewirkt und geweint, hieß es. Die Frau habe sich zu dem Verbrechen im Ferienort St. George Island entschlossen, als ihr Ehemann mit dem Auto zum Einkaufen gefahren sei, hieß es bei der US-Polizei. Bei seiner Rückkehr bemerkte er zunächst, dass die Haustür offenstand. Dann sei seine Frau mit nasser Unterwäsche bekleidet vom Strand ins Haus gekommen. “Sie behauptete, sie habe sich das Leben nehmen wollen“, sagte ein Ermittler. Erst danach habe der Großvater den leblosen Körper des Jungen in der Badewanne entdeckt.

dpa

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