Extrembügler nach knapp 59 Stunden platt

+
Dampfte bis zum Umfallen: Daniel Peetz (28).

Rheinberg - Nach exakt 58 Stunden und 40 Minuten hat Dauerbügler Daniel Peetz in der Nacht zum Sonntag glücklich, aber erschöpft das Handtuch geworfen.

Vollgepackte Plastik-Wäschekörbe in allen erdenklichen Farben und Größen reihen sich auf dem Marienplatz in Rheinberg-Budberg eng aneinander. Wo am Freitag noch zerknitterte Ärmel aus den Wäschebergen herauslugten, ist 58 Stunden später alles in bester Ordnung.

Daniel Peetz hat am Niederrhein eine neue Bestzeit im Dauerbügeln aufgestellt. Überglücklich, aber erschöpft, stellte der 28 Jahre alte Zeitsoldat in der Nacht zum Sonntag das Bügeleisen endlich ab. Ob der “Hausmann auf Zeit“ mit seiner Ausdauer auch den Weltrekord geknackt hat, steht aber noch nicht fest. Darüber wollen die Rekordrichter vom Guinness Buch bis Ende Juli entschieden haben. Als Beweis liefert ihnen der 28-Jährige Fotos, Zeugenaussagen und ein Video, denn mit einer Kamera hat er seinen “Bügel-Marathon“ festgehalten.

Barfuß hat sich Peetz der Herausforderung am Bügelbrett gestellt. Ein großer Gartenpavillon schützt ihn und seinen auf mehrere Körbe verteilten Wäscheberg vor Regen. Während der Junggeselle zügig mit dem Glätteisen gegen Knitterfalten ankämpft, liefern Nachbarn, Freunde und Bekannte eifrig Nachschub. Und auch die Polizei lässt sich nicht lumpen und bringt eine Ladung Diensthemden vorbei. Nach 58 Stunden und 40 Sekunden wirft er dann das Handtuch, hält ein grau gestreiftes Hemd und sein Bügeleisen in die Höhe. Geschafft. Das Lachen ist ihm nicht vergangen, auch wenn ihn wenige Stunden nach dem Start des Rekordversuchs schon eine Schwiele in der Handfläche piesackte. “Über Nacht ist es schon besser geworden“, sagt der Offizier, der sowohl mit links als auch mit rechts das Bügeleisen schwingen kann. Überhaupt hatte er für seine heiße Herausforderung nicht trainiert - “nur ein bisschen Gymnastik für den Rücken“.

Peetz hatte seinen Weltrekordversuch im vergangenen Jahr offiziell bei den Machern des Guinness Buch der Rekorde angemeldet. Auf die Idee war er gekommen, als er im Radio vom Bügelrekord der Schweizerin Eufemia Stadler gehört hatte. Doch der Weg zum Eintrag ins Guinness Buch ist steinig, die Regeln sind streng: Jede Stunde durfte Peetz eine Fünf-Minuten-Pause einlegen, oder ohne Unterbrechung weitermachen und dann eine längere Auszeit nehmen. Einfache Stücke wie Handtücher und Bettwäsche waren von der “Bügelmasse“ ausgeschlossen und Rumtrödeln ebenfalls nicht erlaubt.

An seiner Leistungsgrenze angekommen kündigte Peetz an: “Jetzt gehe ich erstmal ins Bett.“ An diesem Montag muss der Bundeswehroffizier wieder seinen Dienst antreten.

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser