Wirbel in Papst-Vorkonklave

Falscher Bischof war ein Deutscher

Bonn - Der falsche Bischof, der sich am Montag ins Papstwahl-Vorkonklave der Kardinäle gemogelt hatte, ist ein Deutscher. Den selbstverliehenen Titel führt er offenbar schon lange.

Der Mann, der sich am Montag beim Treffen der Kardinäle zur Vorbereitung auf das Konklave in den Vatikan gemogelt hatte, heißt Ralph Napierski und stammt offenbar aus Berlin. Diese Auskunft gab die Deutsche Bischofskonferenz und betonte, Napierski sei kein katholischer Bischof.

Der Mann hatte sich als „Basilius“ ausgegeben, trug eine lilafarbene Schärpe um die Hüfte und schüttelte Priestern und Kardinälen die Hand. Journalisten sagte der falsche Bischof, er sei Mitglied der Italienischen Orthodoxen Kirche, die aber nicht existiert.

Wirre Selbstdarstellung im Internet

Bei der Bischofskonferenz ist der Mogler indes kein Unbekannter. „Herr Napierski ist hier bekannt. Er behauptet, katholischer Bischof zu sein", sagte Matthias Kopp, Sprecher der Bischofskonferenz. "Dem widersprechen wir: Er wird nicht im Päpstlichen Jahrbuch geführt, in dem alle rechtmäßigen katholischen Bischöfe verzeichnet sind. Daher können wir nicht erkennen, dass er in Union mit der katholischen Kirche steht.“

Auch das Erzbistum Berlin distanziert sich von dem falschen Bischof: Der Mann „mache sich selbst zur weltweiten Lachnummer“, erklärte Stefan Förner, der Sprecher des Erzbistums Berlin, am Dienstag. Das Erzbistum habe mit dem Mann, der nach Presseberichten aus Berlin stammt, nichts zu tun. Die Kirche erwäge aber keine juristischen Schritte gegen ihn, die Berufsbezeichnung Bischof sei rechtlich nicht geschützt.

Im Internet tritt Napierski unter ganz verschiedenen Amtsbezeichnungen auf. Der Berliner bezeichnet sich als „katholischer Bischof in der apostolischen Sukzession“. Zugleich stellt er sich aber auch als „Bischof der unchristlichen Sekte abundant Life Church“ oder als Homo-Aktivist vor.

cas/joh

KNA

Rubriklistenbild: © Symbolfoto: dpa

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