Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vorsicht beim Naschen

Foodwatch findet Spuren von Mineralöl in Schokohasen

Rückstände potenziell krebserregender aromatischer Mineralöle fanden sich bei Tests in geringen Konzentrationen in 8 von 20 Hasen verschiedener Hersteller. Foto: Sebastian Gollnow/Symbolbild
+
Rückstände potenziell krebserregender aromatischer Mineralöle fanden sich bei Tests in geringen Konzentrationen in 8 von 20 Hasen verschiedener Hersteller. Foto: Sebastian Gollnow/Symbolbild

Berlin - Hasen, Lämmer und Eier aus Schokolade landen millionenfach in Osterkörbchen der Deutschen - und in ihren Mägen. Wie andere Lebensmittel enthalten jedoch auch diese Leckereien bedenkliche Stoffe.

Nach Reis, Cornflakes und Adventskalendern war es fast zu erwarten: Auch in Osterhasen aus Schokolade sind nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch Spuren von Mineralölen nachweisbar.

Rückstände potenziell krebserregender aromatischer Mineralöle (MOAH) fanden sich bei Tests in geringen Konzentrationen in 8 von 20 Hasen verschiedener Hersteller, wie die Organisation berichtete.

«Das Vorkommen von Mineralölbestandteilen, insbesondere von MOAH, in Lebensmitteln ist prinzipiell unerwünscht», teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf Anfrage mit. Es hat seit Jahren Kenntnis von der Problematik, dass Mineralöle aus bestimmten Verpackungen auf Lebensmittel übergehen können. Nach wie vor gebe es noch keine ausreichenden toxikologischen Informationen zu den Stoffen, so das BfR. Nach einer ähnlichen Untersuchung mit Adventskalendern 2015 sahen die Experten wegen geringer Aufnahmemengen pro Tag keine neue Gesundheitsgefahr für Verbraucher.

«Die aktuell getesteten Schokoladenosterhasen entsprechen dem strengen Lebensmittelrecht. Sie können unbedenklich gegessen werden», betont der Chef des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI), Klaus Reingen. Ein Forschungsprojekt solle demnach helfen, die Ursachen der Spuren in Lebensmitteln aufzuklären, zu verringern oder ganz zu vermeiden.

Foodwatch berichtete weiter, dass zudem alle der getesteten Hasen sogenannte gesättigte Mineralöle (MOSH) enthielten, die sich in Organen anreichern können. Die Konzentrationen schwankten - von geringen Belastungen bis zu relativ hohen Werten bei zwei Discounter-Produkten.

Als Quelle für die Verunreinigung bei Schokolade gilt laut Foodwatch etwa der Transport von Kakao in belasteten Jutesäcken und der Kontakt mit ölenden Maschinen. Auch von Druckfarben auf Kartons aus Altpapier könne eine Belastung ausgehen.

Angesichts verschiedener möglicher Ursachen verweist der BDSI auf die Verantwortung aller an der Lebensmittelkette Beteiligten: vom Anbau über den Rohstoffhandel bis hin zu Transportwesen, Verpackungs- und Druckfarbenindustrie.

Foodwatch fordert nun erneut, dass umgehend Grenzwerte für Mineralöle in Lebensmitteln festgelegt werden. Für potenziell krebserregende aromatischen Mineralöle wird eine Null-Toleranz-Regel vorgeschlagen.

Bislang gibt es für solche Rückstände keine gesetzlichen Grenzwerte. Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) plant eine Verordnung, die schon seit mehreren Jahren im Entwurf vorliegt. Die Diskussion über die am besten geeigneten Regelungen zur «Problemlösung» dauere an, erklärte eine BMEL-Sprecherin auf Anfrage. «Weitere Prüfungen und Gespräche mit den betroffenen Kreisen sind erforderlich.»

Nach Angaben der Deutschen Süßwarenindustrie wurden für den deutschen Markt zu Ostern 111 Millionen Schokohasen produziert.

dpa

Kommentare