Haiti: Vermutlich zwei weitere Deutsche tot

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Haiti

Berlin/Port-au-Prince - Bei dem verheerenden Erdbeben in Haiti sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin “mit allergrößter Wahrscheinlichkeit“ zwei weitere Deutsche ums Leben gekommen.

In dem vom Erdbeben verwüsteten Haiti schwindet mit jeder Stunde die Chance, weitere Überlebende unter den Trümmern zu finden. Tausende Helfer suchen unermüdlich und verzweifelt nach Verschütteten. Die Arbeiten gingen auch nach den neuen massiven Erdstößen vom Mittwoch pausenlos weiter.

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In Port-au-Prince richtete das Nachbeben der Stärke 6,1 am Mittwoch offensichtlich keine zusätzlichen schweren Schäden an. Allerdings ist die haitianische Hauptstadt schon zu großen Teilen zerstört. Bislang gibt es immer noch keine genauen Angaben über die Lage außerhalb von Port-au-Prince nach dem neuen Beben. Das Zentrum lag in knapp zehn Kilometern Tiefe rund 60 Kilometer westsüdwestlich der Hauptstadt.

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Die neuen Erdstöße überraschten viele Menschen am Mittwoch um 06.03 Uhr (Ortszeit) im Schlaf. Diejenigen, deren Häuser noch standen, seien verängstigt auf die Straßen gelaufen, sagte der dpa- Korrespondent in Port-au-Prince. Viele Menschen beteten aus Furcht vor einer weiteren Verschlimmerung der Katastrophe, obwohl dies nach Einschätzung vieler Rettungshelfer kaum noch möglich ist. Auch am achten Tag nach dem Jahrhundertbeben herrschten in Port-au-Prince chaotische Zustände.

Abertausende Menschen irrten noch immer durch die Trümmer, viele warten seit Tagen auf medizinische Erstversorgung. Die Notfallzentren sind überfüllt. Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter aus aller Welt arbeiten rund um die Uhr bis zur völligen Erschöpfung.

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Nach Angaben des Auswärtigen Amts befinden sich unter den Toten mit allergrößter Wahrscheinlichkeit zwei weitere Deutsche. Damit erhöhe sich die Zahl deutscher Opfer auf drei. Allerdings sei eine abschließende Identifizierung nötig. Derzeit würden noch fünf weitere Deutsche vermisst, sagte eine Sprecherin des Amts am Abend.

Auch mehr als eine Woche nach dem Beben würden immer noch Überlebende gefunden, sagte UN-Nothilfekoordinator John Holmes am Mittwoch in New York. “Das macht Mut und deshalb werden wir weitermachen. Solange es eine Chance gibt, Menschen zu retten, werden wir sie nutzen.“ Insgesamt seien bisher 121 Überlebende geborgen worden. “Jemanden lebend zu finden, ist ein Wunder. Die Zeit ist sehr begrenzt“, sagte der Arzt Yan Wen Chang, der ein Rettungsteam aus Taiwan begleitet.

Der Fokus der Helfer liege jetzt auf der Versorgung mit Wasser und Nahrungsmitteln, sagte UN-Koordinator Holmes. “Das ist nach wie vor ein Problem, weil Kraftstoff für Tankwagen und andere Lastwagen fehlt und der Flughafen der Stadt völlig überlastet ist. Wir nutzen jetzt auch den Flughafen von Santo Domingo in der Dominikanischen Republik, aber auch da gibt es Grenzen.“ Das Ziel bleibe es, von den drei Millionen Überlebenden des Bebens zwei Millionen sechs Monate lang versorgen zu können. “Das ist ein harter Weg und wir stehen noch ganz am Anfang“, sagte der Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten.

dpa

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