Unglück in Brasilien

Minenbetreiber will Opfern des Dammbruchs mit Geld helfen

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Feuerwehrleute bergen eine Leiche. Die Zahl der Toten dürfte demnach noch steigen. Foto: Rodney Costa

Das Rückhaltebecken der Eisenerzmine Feijão reißt, Millionen Kubikmeter Schlamm fluten die Landschaft. Dabei hatte das Münchner Unternehmen TÜV Süd die Dämme erst vor kurzem geprüft. Der Betreiber Vale zieht nun die Reißleine.

Brumadinho (dpa) - Nach dem verheerenden Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien mit Dutzenden Toten hat die Betreiberfirma Vale den Familien der Opfer Geld angeboten.

Das Unternehmen wolle pro Todesopfer 100.000 Reais (23.600 Euro) zahlen, kündigte Konzernsprecher Sergio Leite laut einem Bericht des Nachrichtenportals G1 an. Dies sei ein freiwilliges Angebot des Unternehmens und keine Entschädigungszahlung.

Der Damm an der Mine Córrego do Feijão des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war Ende vergangener Woche gebrochen. Eine Schlammlawine war über Teile der Anlage und benachbarte Siedlungen nahe der Ortschaft Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais hinweggerollt und hatte Menschen, Häuser und Tiere unter sich begraben. Insgesamt ergossen sich rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm auf eine Fläche von etwa 290 Hektar - das entspricht gut 400 Fußballfeldern.

Bislang wurden 84 bestätigte Todesopfer registriert. 276 weitere Menschen wurden am Mittwoch noch vermisst, die Zahl der Toten dürfte also weiter steigen. Es sei sehr unwahrscheinlich, noch Überlebende zu finden, sagte ein Feuerwehrsprecher - die letzten waren am Samstagmorgen geborgen worden.

Die Ursache des Unglücks blieb zunächst unklar. Der Damm war noch im vergangenen Jahr von Mitarbeitern des Münchner Unternehmens TÜV Süd geprüft worden. Am Dienstag nahm die Polizei drei Mitarbeiter von Vale und zwei TÜV-Prüfer vorläufig fest. "TÜV Süd bedauert zutiefst den Dammbruch in Brumadinho", hieß es am Mittwoch in einer kurzen Stellungnahme.

Nach Angaben der Firma hatten TÜV-Mitarbeiter im Auftrag von Vale im Juni 2018 eine regelmäßige Überprüfung des Damms durchgeführt und im September 2018 eine reguläre Sicherheitsinspektion. Weitere Angaben wollte TÜV Süd wegen der laufenden Ermittlungen nicht machen.

Bereits im Jahr 2015 gab es im Bundesstaat Minas Gerais ein ähnliches Unglück. Bei der "Tragödie von Mariana" kam es in einem Eisenerzbergwerk zu einem Dammbruch an einem Rückhaltebecken. Seinerzeit kamen 19 Menschen ums Leben.

Das damalige Betreiberunternehmen Samarco gehörte ebenfalls Vale sowie dem australisch-britischen Konzern BHP. Eine riesige Welle mit Schlamm und schädlichen Stoffen ergoss sich in angrenzende Ortschaften und kontaminierte den Fluss Rio Doce auf rund 650 Kilometern Länge - bis in den Atlantik floss die braunrote Brühe.

Vale kündigte nach der neuen Katastrophe weitreichende Konsequenzen an. Das Unternehmen werde alle Dämme von der Bauart wie in Brumadinho und Mariana abreißen, sagte Konzernchef Fabio Schvartsman. Die Stilllegung der zehn baugleichen Dämme werde etwa fünf Milliarden Reais (1,18 Mrd Euro) kosten und die Eisenerzproduktion des Unternehmens um 40 Millionen Tonnen pro Jahr drosseln.

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