Heute stürzt der Nasa-Satellit ab!

Los Angeles - Es geschieht nicht alle Tage, dass ein ausrangierter Satellit auf die Erde zurast. Doch die Nasa-Experten bleiben erstaunlich cool. Rein rechnerisch gesehen ist die Gefahr für Menschen extrem gering.

Der Absturz eines busgroßen Nasa-Satelliten hat Weltraumexperten rund um den Globus in Atem gehalten. Doch Stunden vor dem erwarteten Auftreffen auf die Erde in der Nacht zum Samstag (MESZ) gaben deutsche Fachleute Entwarnung. Es sei wahrscheinlicher, vom Blitz als von einem Stück Weltraumschrott getroffen zu werden, meinte Prof. Heiner Klinkrad von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt.

“Von all den Objekten, die wieder (in die Erdatmosphäre) eingetreten sind, ist bisher niemand auf der Erde verletzt worden“, sagte Klinkrad am Freitag.

Unklar war bis zuletzt, wo die Einzelteile des Satelliten auf die Erde treffen würden. Die genauesten Prognosen wagten die Russen: Er gehe davon aus, dass dies im Indischen Ozean nördlich der Crozetinseln geschehe, prophezeite Oberst Aalexej Solotuchin der russischen Agentur Itar-Tass. Dagegen meinte Klinkrad: “Wo der Satellit herunterfällt, lässt sich nur sehr schwer vorhersagen.“

Das rund sechs Tonnen schwere Stück Weltraummüll sollte nach Angaben der Nasa beim Eintritt in die Erdatmosphäre zwar auseinanderbrechen. Aber nicht alle Teile würden in der Atmosphäre verglühen. Nach den Worten von Klinkrad sollten von dem Satelliten lediglich etwas mehr 500 Kilogramm übrig bleiben - auf 20 Fragmente verteilt.

“Das Risiko ist 1 zu 3200, dass überhaupt ein Mensch dabei ernsthaft verletzt wird“, sagte Klinkrad. “Wenn man das umrechnet auf das Risiko für jeden einzelnen, dann liegt es bei 1 zu 100 Milliarden.“

Nach Angaben der Nasa fliegt der Satellit auf einer wellenförmigen Flugbahn vom südlichen Südamerika über den Atlantik und Sibirien nach Australien. Irgendwo auf dieser Strecke könnte er abstürzten. Auch Mitteleuropa liegt in dieser Flugschneise.

Der Eintritt des Satelliten in die Erdatmosphäre werde voraussichtlich von der Erde aus zu sehen sein, sagte Nicholas Johnson, Nasa-Experte für Weltraumtrümmer, der US-Tageszeitung “USA Today“. Das könne selbst bei Tageslicht aussehen wie eine Sternschnuppe.

Der Forschungssatellit UARS wurde 1991 mit der Mission losgeschickt, die Ozonschicht und die Erdatmosphäre zu untersuchen. Die Messungen endeten im Jahr 2005. Seitdem ist der Satellit außer Betrieb. Die Nasa beobachtet ihn nach eigener Aussage genauestens und berichtet auf ihrer Webseite über neueste Erkenntnisse. Wer ein Teil finde, das von dem Satelliten stammen könnte, solle es nicht anfassen, sondern die Polizei benachrichtigen, warnte die Behörde.

dpa

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

UFOs? Von wegen! Himmelsphänomene und ihre Ursachen

Wenn in Werner Walters Ufo-Zentrale in Mannheim das Telefon klingelt, kann er manche Himmelsphänomene ganz einfach erklären. Wir zeigen Ihnen eine Auswahl. © dpa
HALE-BOPP: Er schrieb Geschichte: Hale-Bopp war für mehrere Jahrzehnte einer der hellsten und meist beobachtesten Kometen. Erstmals wurde er am 23. Juli 1995 unabhängig voneinander von Alan Hale und Thomas Bopp in den USA entdeckt. Kometen sind Schweifsterne, die die Sonne auf Bahnen umlaufen und zum Großteil aus kleinen, locker verbundenen Staub- und Mineralienteilchen sowie Eis bestehen. © dpa
Sie können einen Durchmesser bis zu 100 Kilometern haben. Wenn der Komet ins Sonnensystem dringt, entreißt ihm der Sonnenwind Gaspartikel, und der Schweif ensteht. © dpa
POLARLICHTER: Polarlichter sind rote, grüne oder blaue schweifhafte, größflächige Lichterscheinungen, die im Bereich der Pole fast täglich vorkommen. Sie entstehen, wenn Elektronen oder andere geladene Teilchen auf die Erdatmosphäre treffen und schließlich als ein Strom in Spiralen entlang auf die Erde treffen. © dpa
Mark Vornhusen von Meteomedia: „Für gewöhnlich werden sie durch das Magnetfeld zu den Polen gelenkt. Wenn aber etwa alle 11 Jahre die Sonne ihre stärkste Aktivität hat, gerät das Magnetfeld durcheinander, und die Polarlichter können auch bei uns erscheinen – das ist übrigens in ein, zwei Jahren wieder der Fall.“ © dpa
GLÜHENDE HIMMELSSPINNE: Von der spektakulärsten UFO-Sichtung hat im November 2009 eine Lufthansa-Crew auf der Strecke zwischen Norwegen und Grönland berichtet. Ufologe Walter klärte damals auf, dass in ihrer Sichtweite der russische Spionagesatellit Kosmos 2455 gestartet war. © dpa
Eispartikel im Raketenschweif und die nur sehr niedrige Umlaufbahn von 195 Kilometern sorgten unter spezieller Beleuchtung für diese glühende Himmelsspinne. © dpa
VENUS: Ein leuchtendes rundes Objekt, das für einen Stern viel zu hell leuchtet! Wenn Augenzeugen dieses Phänomen beobachten, sei es oft die Venus, erklärt Wetterexperte Marc Vornhusen: „Ist sie nahe an der Sonne, sieht man sie nicht. In den Abend- oder ganz frühen Morgenstunden aber kann man sie hell leuchtend tief am West- beziehungsweise Ost-Horizont sehen.“ © dpa
Dieses Foto zeigt einen über Singapur © dpa
DIE ISS: Die Internationale Raumstation kreist in 350 Kilometern Höhe alle 90 Minuten um die Erde. © dpa
Wenn die ISS unsere Breiten überfliegt, erscheint laut Ufologe Werner Walter ein gelbliches Licht „etwas größer als ein Scheinwerfer“, das minutenlang von Westen nach Osten zieht. © dpa
DIE HALOS: Ein Halo (vom griechischen „Halo“ für „Mond“ oder „Sonne“) ist ein Lichteffekt, der durch Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen in Cirrus-Wolken, an fallenden Schneekristallen oder im Eisnebel entsteht. © dpa
Der Effekt kann laut Vornhusen bis zu 30 unterschiedliche Formen haben. © dpa
„Je nach Form der Kristalle, nach dem Winkel, in dem das Licht auf die Kristalle trifft und nach der Windstärke entstehen am Himmels weißliche oder farbige Kreise, Bögen, Säulen oder Flecken.“ © dpa

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