ISS-Astronauten müssen

Weltraumeinsatz scheitert an Schraube

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Die Raumstation ISS über der Erde, Handout der Nasa vom 23.05.2011.

Washington - Zwei Astronauten der ISS sind bei einem Einsatz im Weltall an einer Schraube gescheitert. Die Reparatur musste schließlich abgebrochen werden. Trotzdem haben sie einen Rekord aufgestellt.

Nach einem beinahe rekordverdächtig langen Arbeitseinsatz im Weltall sind zwei Astronauten am Donnerstag zurück an Bord der Internationalen Raumstation ISS geklettert. Die US-Astronautin Sunita Williams und ihr japanischer Kollege Akihiko Hoshide waren ausgestiegen, um notwendige schwierige Reparaturen an der Raumstation vorzunehmen. Dazu gehörte unter anderem die Aufgabe, neue Kabel für das künftige russische Mehrzwecklabor MLM vom „Sarja“-Modul zum US-Segment zu verlegen. Allerdings versuchten die Astronauten vergeblich, einen kaputten Stromverteiler zu ersetzen. Eine entscheidende Befestigungsschraube wollte sich einfach nicht komplett ins Gewinde drehen lassen. Der Versuch solle voraussichtliche bei einem späteren Außeneinsatz wiederholt werden.

Die ISS muss inzwischen mit den restlichen drei Verteilerboxen betrieben werden, die dafür sorgen, dass alle Bereiche gleichmäßig mit Energie versorgt werden und es bei Ausfall einer Stromquelle zu keinem Spannungsabfall kommt. Offenbar hatte die kosmische Strahlung die Elektronik der vierten Box beschädigt, sodass sie ausgetauscht werden muss.

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Die US-Raumfahrtbehörde Nasa übertrug den acht Stunden und 17 Minuten langen Weltraumspaziergang komplett live im Internet. Er war der drittlängste in der Geschichte. Ursprünglich waren für den "Weltraumspaziergang" für sechseinhalb Stunden angesetzt worden. Doch wegen der klemmenden Schraube lief der Amerikanerin und dem Chinesen die Zeit weg. Eine defekte TV-Kamera am Canadarm2 konnte deshalb nicht mehr ausgetauscht werden, sodass sich ein außerplanmäßiger Ausstieg nötig ist, um die Arbeiten zu vollenden. Dieser soll vielleicht schon kommende Woche stattfinden.

Williams hat bereits fast 30 Stunden bei Außeneinsätzen im All verbracht, für Hoshide ist es der erste Weltraumspaziergang. Die Amerikanerin kletterte als erste aus der Raumstation, ihr japanischer Kollege folgte ihr. Bereits in der vergangenen Woche hatten zwei russische Kosmonauten bei einem Einsatz im All Reparaturarbeiten an der Raumstation vorgenommen. Gennadi Padalka und Juri Malentschenko hatten unter anderem fünf Schutzschilde gegen Meteoriteneinschläge installiert und einen Forschungssatelliten ausgesetzt. Die beiden überwachten am Donnerstag gemeinsam mit einem weiteren russischen und einem amerikanischen Raumfahrer das Manöver an Bord der ISS.

dpa/dapd

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