WSV Glonn trauert nach Lawinenunglück im Zillertal

14-Jähriger tot: "Das ist tragisch und man ist fassungslos!"

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Kaltenbach/Glonn - Auch zwei Tage nach dem tödlichen Lawinenunglück im Zillertal herrscht bei den Beteiligten große Betroffenheit. Beim WSV Glonn kann man das Geschehene nicht fassen - und dem Trainer droht nun großer Ärger:

Beim Lawinenunglück im Skigebiet Kaltenbach-Hochzillertal (Tirol) kam am Sonntag ein 14-jähriger Junge aus Vaterstetten ums Leben. Der Bursche war bei einer Abfahrt mit seiner Gruppe, die aus einem Trainer und sieben Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 15 Jahren bestand, im freien Gelände auf etwa 2.000 Metern Seehöhe gestürzt und hatte dadurch das Schneebrett ausgelöst.

Nach der unverzüglichen Alarmierung der Pistenrettung lief sofort ein groß angelegter Rettungseinsatz an. Obwohl der Junge schon nach rund 25 Minuten in dem rund 15 Meter breiten Schneebrett geortet und ausgegraben werden konnte, kam für ihn jede Hilfe zu spät. Er konnte nur noch tot geborgen werden.

In seiner Heimat im Landkreis Ebersberg herrscht deswegen tiefe Trauer. Wie die Münchner TZ nun berichtet, ist man auch im Heimatverein, dem WSV Glonn, für den der 14-jährige Russe leidenschaftlich Skirennen fuhr, sehr betroffen und kann das Geschehene kaum fassen. "Das ist tragisch, man ist fassungslos, wenn man so etwas hört", sagte der Vereinsvorsitzende Josef Axenböck der Ebersberger Zeitung. Es sei das erste derartige Unglück in der 75-jährigen Vereinsgeschichte gewesen, so der Vorstand weiter.

War es fahrlässige Tötung?

Der 25-jährige Trainer, der die Gruppe zum Unglückszeitpunkt angeführt hatte, steht laut TZ unter Schock und habe bei der Heimfahrt nur geweint. Er gilt im Verein eigentlich als sehr besonnen. Dennoch droht dem Mann nun gehöriger Ärger. Wie die Zeitung weiter schreibt, erwartet den Mann eine Anzeige der Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung. Auch die Kinder, die nach der Ankunft zuhause von ihren Eltern abgeholt worden waren, stehen unter Schock und werden betreut. "Es gibt kein Patentrezept, wie man mit so etwas umgeht", zitiert der Münchner Merkur den Vereinsvorsitzenden.

Zudem gab die Tiroler Polizei bekannt, dass die Gruppe ohne jegliche Schutzausrüstung, also Lawinenverschütteten-Suchgerät, Sonde oder Schaufel, unterwegs war. Als das Unglück auf einem steilen Nordosthang passierte, galt die Lawinen-Warnstufe drei.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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