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Landrat unter Polizeischutz

Keine Entspannung in Corona-Hotspot Hildburghausen

Coronavirus - Hildburghausen
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Im deutschlandweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Landkreis Hildburghausen in Thüringen hat sich das Infektionsgeschehen noch einmal verschärft. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa

Die Corona-Sorgen im Landkreis Hildburghausen, dem bundesweiten Corona-Hotspot, werden nicht geringer. Der Landrat erhält nach Drohungen Polizeischutz. Und die aufsehenerregende Demonstration vom Mittwochabend gibt noch immer Rätsel auf.

Hildburghausen/Erfurt (dpa) - Im bundesweiten Corona-Hotspot Nummer eins, dem Landkreis Hildburghausen, bleibt die Situation angespannt - nicht nur wegen weiter steigender Infektionszahlen.

Landrat Thomas Müller (CDU) steht nach Drohungen in den sozialen Medien unter Polizeischutz. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Tatverdächtige gebe es bislang nicht, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Streifentätigkeit in der knapp 12.000 Einwohner zählenden Stadt, in der wegen der Pandemie seit Mittwoch ein Lockdown mit strengen Ausgangsbeschränkungen und geschlossenen Schulen und Kindergärten besteht, sei verstärkt worden. In dem Landkreis an der Grenze zu Bayern hat sich mit Stand Freitag die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche auf rund 630 erhöht (Vortag: 602,9). Das ist der Höchstwert in Deutschland.

Am Donnerstagabend rückte die Polizei zu einem Einsatz an der regionalen Corona-Teststation aus. Es habe einen Aufruf in sozialen Medien zur Blockade der Abstrichstelle gegeben, sagte Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) der dpa, was die Polizeisprecherin bestätigte. Die Sicherheitskräfte seien daraufhin vor Ort gewesen, eine Blockade habe aber nicht festgestellt werden können, sagte sie. Wer dahinter steckt, sei zunächst unklar.

Von der Drohung gegen ihn habe er am vergangenen Sonntag erfahren, sagte Landrat Müller der dpa. Unter Polizeischutz steht er laut Polizei seit Donnerstag. Sie vermutet einen Zusammenhang mit den Corona-Schutzmaßnahmen. Gegen diese hatten mehrere Hundert Menschen am Mittwochabend im Stadtzentrum protestiert.

Sie zogen laut Polizei singend durch die Straßen, wobei viele keinen Mund-Nasen-Schutz trugen. Die Polizei löste die Ansammlung schließlich auch mit Hilfe von Pfefferspray auf. Wer die Demonstration, in der laut Sicherheitskreisen auch örtliche AfD-Vertreter und Anhänger rechtsextremistischer Gruppierungen mitgelaufen sind, organisiert hat, war weiter unklar.

Die Zahl der aktiven positiven Corona-Fälle in dem 63.000 Einwohner zählenden Landkreis lag laut Landratsamt am Freitag bei 853. Alle acht verfügbaren Intensivbetten in dem Landkreis sind derzeit belegt, wie aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) mit Stand Freitagmorgen hervorging. In Hildburghausen gibt es ein Allgemeinkrankenhaus der Grundversorgung und eine Fachklinik für Psychiatrie und Neurologie. Zwei der acht auf Intensivstationen behandelten Patienten sind Covid-19-Patienten. Diese mussten beatmet werden.

© dpa-infocom, dpa:201127-99-489509/4

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