Mindestens 300 Tote bei Erdbeben in China

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Dieses Foto wurde mit einer Handykamera geschossen. Es zeigt ein eingestürztes Haus nach dem Erdbeben der Stärke 7,1.

Peking - Bei einem schweren Erdbeben der Stärke 7,1 in Nordwestchina etwa 300 Menschen ums Leben gekommen. 8000 Menschen seien verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Dieses Foto wurde mit einer Handykamera gemacht. Es zeigt eingestürzte Gebäude nach dem schweren Erdbeben.

Bei dem schweren Erdbeben in Nordwestchina sind am Mittwoch etwa 300 Menschen ums Leben gekommen. 8000 Menschen seien verletzt worden, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Erdstöße der Stärke 7,1 überraschten die Menschen in den frühen Morgenstunden in der tibetischen Präfektur Yushu in der Provinz Qinghai. Die Zahl der Toten und Verletzten dürfte noch steigen. Viele Opfer wurden weiter unter den Trümmern vermutet, berichtete ein Sprecher des Katastrophenzentrale in Yushu telefonisch der Nachrichtenagentur dpa in Peking. “Die meisten Häuser sind eingestürzt. Wir suchen nach Verschütteten.“

Dieses Foto wurde mit einer Handykamera gemacht. Es zeigt Menschen nach der Evakuierung aus ihren Häusern.

In den Städten Yushu und Jiegu sind nach Radioberichten zwischen 80 bis 90 Prozent der Häuser zerstört. “Mein Haus zitterte gewaltig, dann stürzte es ein“, berichtete der Vizenachrichtenchef des Fernsehens von Yushu, Karsum Nyima, der unverletzt davongekommen war. “Die Häuser hier sind meist aus Holz und Lehm gebaut“, sagte der Funktionär im Staatsfernsehen. “Fast alle Häuser sind eingestürzt.“ Er beschrieb die Lage als chaotisch. “Die Menschen sind alle auf den Straßen, stehen vor den Trümmern ihrer Häuser.“ Viele suchten verzweifelt nach Verwandten.

Trümmer müssen mit Händen weggeräumt werden

“Es wird geschätzt, dass es hohe Opferzahlen gibt, weil das Erdbeben am frühen Morgen passierte und viele der Bewohner noch nicht aufgestanden waren“, sagteErd der Experte des nationalen Erdbebenamtes in Peking, Sun Shihong, der Nachrichtenagentur Xinhua. “Viele sind in eingestürzten Häusern begraben“, berichtete ein tibetischer Funktionär. “Es gibt auch viele, die verletzt sind und in Krankenhäusern behandelt werden.“

Ein Offizier berichtete, Schüler von Grundschulen seien unter den Verschütteten. Die Zahl sei nicht bekannt. “Wir müssen die Trümmer vor allem mit unseren bloßen Händen wegräumen, da wir keine Bagger haben“, sagte der Offizier laut Xinhua. “Wir haben auch keine medizinische Ausrüstung.“

Menschen rannten nach dem Beben in Panik auf die Straße

Hilfe von außerhalb sei noch nicht eingetroffen. “Gegenwärtig sind wir bei den Rettungsarbeiten auf uns alleingestellt“, sagte der Beamte acht Stunden nach dem Beben. “Unsere Hauptaufgabe ist, verschüttete Menschen aus den Trümmern zu graben.“

Die Menschen rannten laut einem Fernsehreporter nach dem Beben am frühen Morgen in Panik aus ihren Häusern. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder von paramilitärischen Polizeikräften, die mit Schaufeln im Umkreis eines Hauses gruben, dessen Holzdach eingestürzt ist.

Gefahr an einem Staudamm

Der lokale Kommandeur der Volksbefreiungsarmee, Wu Yong, berichtete: “Unsere Leute haben zehn Menschen aus eingestürzten Häusern gezogen, aber vier von ihnen waren bereits tot.“ “Die Zahl der Toten dürfte weiter steigen, weil viele Häuser eingestürzt sind.“ Das Militär baue Zelte auf und bereite sich darauf vor, Verletzte zu behandeln. “Aber die Straßen zum Flughafen sind auch beschädigt, was die Rettungsarbeiten behindern wird.“

Es gebe vor Ort auch nur einige hundert Soldaten. “Ihre Zahl ist begrenzt. Sie sind alle schon an vorderster Front der Bergungsarbeiten.“ Ein Staudamm habe bedrohliche Risse gehabt, doch sei die Situation entschärft worden. “Das Wasser wurde komplett abgelassen, so dass jetzt keine Gefahr mehr herrscht.“

Mindestens drei Nachbeben

Die Region auf dem tibetischen Hochplateau ist zwar dünn besiedelt, doch lag das Epizentrum nahe der Städte Yushu und Jiegu. Vor dem Beben hatten in den Morgenstunden bereits kleinere Erdstöße der Stärke 4,7 die Region erschüttert und könnten die Bewohner vorher alarmiert haben. Es folgten drei heftige Nachbeben mit Stärken bis zu 5,8. Das Epizentrum lag laut USGS 380 Kilometer südöstlich der Stadt Golmud in einer Tiefe von zehn Kilometern. Kommunikationsverbindungen ins Erdbebengebiet waren gestört, berichtete die Provinzregierung in der 800 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Xining.

dpa

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