"Miss al-Qaida"

Neue Miss America rassistisch beleidigt

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Die neue Miss America, Nina Davuluri, hat indische Wurzeln.

New York - Sie ist die erste Miss America indischer Abstammung, doch kaum saß die Krone der Schönheitskönigin auf ihrem Kopf, ist Nina Davuluri im Internet rassistisch beleidigt worden.

Die 24-jährige Physikstudentin, die als Miss New York angetreten war, gewann den Wettbewerb als erste Frau indischer Abstammung, wie der Veranstalter nach der Wahl am Sonntag (Ortszeit) in Atlantic City (US-Bundesstaat New Jersey) mitteilte. Auf dem zweiten Platz landete "Miss Kalifornien" Crystal Lee.

Manche Nutzer des Kurznachrichtendienstes Twitter reagierten angesichts ihrer Herkunft mit Unverständnis und Ablehnung auf die Wahl. Eine Twitter-Nutzerin fragte etwa: "Miss America oder Miss al-Qaida?" Ein anderer User schrieb: "Dies ist Amerika, nicht Indien." Ein dritter stellte fassungslos die Frage: „9/11 liegt vier Tage zurück und sie wird Miss America?“ Andere forderten die 24-Jährige auf, "aus New York zu verschwinden". "Du siehst wie ein Terrorist aus", schrieben sie. 

Selbst der in den USA prominente Todd Starnes, Moderator des Senders Fox, kommentierte die Wahl Davuluris mit dem Schlagwort: „Miss Politically Correct America“. Davuluris Familie war vor 30 Jahren aus Indien in die USA ausgewandert und hatte sich nahe der Stadt Syracuse im Norden des Bundesstaats New York niedergelassen. Dort lebt Davuluri nach Angaben der Wettbewerbsveranstalter heute noch.

Miss Kanada im Tarnanzug

Miss-Kansas-Kandidatin Theresa Vail ist Mitglied der Nationalgarde.

Starnes schrieb: „Die liberalen Miss-America-Juroren würden das nicht sagen - aber Miss Kansas hat verloren, weil sie wirklich amerikanische Werte vertritt.“ Die blonde, westeuropäisch aussehende Theresa Vail ist Mitglied der Nationalgarde. Sie erschien bei einem Aufmarsch der Missen auf einer Strandpromenade nicht in einem prächtigen Kostüm sondern in Armeestiefeln und Tarnkleidung und präsentierte - ebenfalls eine Premiere bei diesen Wahlen - stolz ihre Tätowierungen: Ein Gebetstext prangt auf der rechten Seite ihres Oberkörpers, ein Militärsymbol ziert die Schulter der 22-Jährigen. Die leidenschaftliche Rotwild-Jägerin erreichte letztendlich einen Platz in den Top Ten unter den 53 Kandidatinnen.

Doch es gab auch ganz andere Stimmen. Der Musiker Questlove von der Band The Roots schrieb: „Ich finde, es ist großartig, dass @Nina Davuluri zur Miss America gekrönt wurde. DAS ist die amerikanische Geschichte.“

Davuluri selbst sagte am Sonntagabend bei einer Pressekonferenz, über solchen Kommentaren müsse sie "drüber stehen". Sie habe sich stets "vor allem als Amerikanerin" gefühlt. Sie sei froh, dass die "Miss America"-Organisatoren auf Verschiedenheit gesetzt hätten. "Ich bin dankbar, dass Kinder, die Zuhause zuschauen, sich endlich mit einer neuen Miss America identifizieren können."

Schön und klug

An der Universität von Michigan machte die frischgebackene Miss America im vergangenen Jahr ihren Abschluss in Erkenntnistheorie und wissenschaftlichen Studien des Gehirns. Davuluri, die in ihrer Freizeit gerne Bollywood-Tänze trainiert und aufführt, möchte Ärztin werden. Ihren Gewin von 50.000 Dollar (rund 37.000 Euro) will sie nutzen, um ihr Studium fortzusetzen. Davuluri wird als "Miss America 2014" zu Auftritten im ganzen Land reisen. "Es war das erste Mal, dass Bollywood auf der Miss-America-Bühne aufgeführt wurde", sagte Davuluri am Montag im Fernsehsender ABC. "Das ist eine Ehre für mich und meine Gemeinde."

dpa/hn/afp

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