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Attacke auf Passanten in Hamburg: Ein Toter, mehrere Verletzte

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Noch mehr Missbrauchsfälle in katholischer Kirche

Konstanz - Weitere Vorwürfe gegen katholische Einrichtungen: Ein Missbrauchs-Opfer, das sich 2006 an die Erzdiözese Freiburg wandte, wirft der Diözese die Vertuschung seines Falls vor.

Bis auf die Mitteilung, man werde seinen Fall prüfen, habe er aus Freiburg nichts mehr gehört, sagte der Mann dem in Konstanz erscheinenden “Südkurier“ (Dienstag). Erst jetzt, nachdem sich der 53-Jährige im Zuge der aktuellen Diskussion getraute, öffentlich Druck auf den einstigen Täter zu machen, sei der 69-jährige Priester vom Dienst in einer Gemeinde in der Schweiz suspendiert worden. Nach Auffassung des 53-Jährigen hätte die Erzdiözese Freiburg schon 2006 alles daran setzen müssen, dass dem pädophilen Priester, der mindestens zwei Taten im Kloster Birnau (Bodenseekreis) einräumte, der Umgang mit Kindern verboten wird.

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Die Diözese habe es aber unterlassen, das Bistum Chur direkt zu informieren, in dem der Priester weiterhin gewirkt hatte. Die Richtlinien der Deutschen Bischofskonferenz von 2002 sehen in Verdachtsfällen eine Informationspflicht vor. Der Beschuldigte Pater aus der Abtei Mehrerau in Österreich war zum Zeitpunkt der Anzeige im Jahr 2006 nach Angaben eines Sprechers der Erzdiözese Freiburg nicht mehr in Birnau - also im Erzbistum Freiburg - eingesetzt gewesen. Zum Zeitpunkt der Anzeige sei sofort der zuständige Abt im Kloster Mehrerau verständigt worden - mit der Aufforderung, die erforderlichen Schritte einzuleiten. “Der Abt hat uns zugesichert, dies zu tun und sofort auch das Bistum Chur zu verständigen. Dieser Zusicherung haben wir vertraut.“

Der gemeldete Fall aus den 60er Jahren war strafrechtlich verjährt. “Wir haben den Wunsch des Opfers respektiert, nicht die Staatsanwaltschaft einzuschalten. Der Pater hat sich für den Missbrauch in Birnau entschuldigt und diese Tat als Einzelfall dargestellt.“ Im März 2010 habe es Hinweise gegeben, dass es weitere Missbrauchsfälle durch diesen Pater gegeben haben soll. Auch diese Information seien sofort an den jetzigen Abt in der Mehrerau schriftlich und telefonisch weitergeleitet worden: Wieder mit der Aufforderung, die nötigen Schritte einzuleiten. “Jetzt wurde - wie der Abt mitteilt - der im Bistum Chur tätige Pater sofort suspendiert - die Polizei wurde eingeschaltet.“

dpa

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