Forschung

Einspruch gegen Patent auf genetisch veränderte Affen

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Ein Schimpansenweibchen in Gefangenschaft.

München - Patente auf genveränderte Tiere für die Forschung an ihnen - Tierschützer und Gentechnik-Kritiker sehen ethische Grenzen verletzt. Ganz besonders, wenn es um Menschenaffen geht.

Mehrere Organisationen haben deshalb beim Europäischen Patentamt (Epa) Einspruch gegen ein Patent auf Gene eingelegt, mit denen unter anderem „Krebs-Schimpansen“ entstehen können. Schimpansen, aber auch andere Tiere wie Schweine, Schafe, Hunde, Katzen, Meerschweinchen und Mäuse sollen mit diesen menschlichen Krebsgenen so manipuliert werden, dass sie ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Sie könnten dann in Tierversuchen eingesetzt werden, die aber jeweils von den Behörden genehmigt werden müssen.

Der Einspruch vom Deutschen Tierschutzbund und anderen Organisationen sei bereits am Montag beim Epa eingegangen, bestätigte der stellvertretende Pressesprecher des Epa, Rainer Osterwalder, am Mittwoch in München. „Man muss genau sehen, was in dem Schriftsatz steht. Das nachfolgende Einspruchsverfahren wird darüber Gewissheit schaffen, ob und in welchen Umfang dieses Patent Bestand haben kann.“

Patent stammt aus Australien

Das Patent mit der Kennzeichnung EP1364025 war der australischen Firma Bionomics im August erteilt worden. Es geht um Gensequenzen, die besonders bei Krebs, aber auch bei entzündlichen Prozessen und Autoimmun-Krankheiten eine Rolle spielen. An den Tieren sollen dann mögliche Medikamente etwa gegen Krebs getestet werden - wie bei der vor mehr als 20 Jahren als erstes Tier patentierten Krebsmaus. Ihr wurde ein Brustkrebs-Gen eingepflanzt. Es gab einen jahrzehntelangen Patentstreit; die Maus brachte aber nie wirklich medizinischen Nutzen.

"Patent wirtschaftlicher Anreiz für mehr Tierversuche"

Derartige Patente seien ein wirtschaftlicher Anreiz für immer mehr Tierversuche, kritisieren die Gegner. „Es ist höchste Zeit ist für einen Kurswechsel“, verlangte Christoph Then von Testbiotech, einem der einsprechenden Verbände. „Diese Patente müssen gestoppt werden. Wir verlangen Respekt im Umgang mit Tieren. Dies gilt ganz besonders für den Umgang mit Menschenaffen, von denen angenommen wird, dass sie über ein menschenähnliches Bewusstsein verfügen.“ Der aktuelle Einspruch richte sich auch gegen die Patentierung der menschlichen Gene, die nur als Entdeckung angesehen werden könnten, aber nicht als Erfindung.

Es gibt bereits mehrere Patente auf Menschenaffen. Allein Bionomics halte drei europäische Patente auf gentechnisch veränderte Schimpansen, weitere Patente seien angemeldet, sagte Then. Zudem haben die Kritiker nach eigenen Angaben bereits Einsprüche gegen Patente anderer Firmen auf Schimpansen und weitere Tierarten eingelegt.

Das Epa hat bisher rund 1000 Patente auf Tiere und 2000 auf Pflanzen erteilt, meist geht es um gentechnische Veränderungen.

dpa

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