Papst-Seligsprechung: Christen stimmen sich ein

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Johannes Paul II.

Rom/Jerusalem/Warschau - Weltweit haben sich Christen auf die Seligsprechung von Johannes Paul II. eingestimmt. In Rom wollten ihm am Abend bis zu 150 000 Pilger bei einer Gebetswache gedenken.

Papst Benedikt XVI. erhebt seinen charismatischen Vorgänger am Sonntag dann persönlich in den Stand der Seligen. Er wollte sich am Abend mit einer Videobotschaft an die Gläubigen in der Arena wenden. Acht römische Kirchen bleiben die Nacht über geöffnet, damit angereiste Pilger dort beten können.

Tausende Christen wollten sich auch bei abendlichen Gedenkfeiern in Israel auf die Seligsprechung vorbereiten. “Die Seligsprechung des ehrwürdigen Dieners Gottes Johannes Paul II. bewegt uns alle zutiefst“, hieß es in einer Erklärung von Vertretern aller christlichen Konfessionen im Heiligen Land - darunter der lateinische Patriarch Fouad Twal.

Nachtwachen sollten in der Armenischen Katholischen Kirche in Jerusalem, der “Milch-Grotte“ in Bethlehem und der Verkündigungsbasilika in Nazareth stattfinden. Auch eine Gedenkwache in Jordaniens Hauptstadt Amman war vorgesehen.

Zudem soll die Seligsprechung am Sonntag an mehreren Orten im Heiligen Land live übertragen werden. Erwartet wird dazu auch der Regierungschef der palästinensischen Autonomiebehörde, Salam Fajad. Im Heimatland des polnischen Papstes standen am Abend ebenfalls Gedenkfeiern auf dem Programm. So wollten sich Gläubige etwa zu Gebetswachen in Warschau und Krakau treffen. Ein Pole wollte rund 2300 Kilometer zu Fuß zurücklegen, um der Seligsprechung seines Landsmanns in Rom beizuwohnen.

Er sei am 25. März von Polen aufgebrochen, sagte der 39-Jährige polnischen Medien. Nach Hause will er aber den Zug nehmen. Rund eine Million Gläubige werden in Rom erwartet, wenn erstmals ein Papst einen direkten Vorgänger in das Buch der Seligen schreibt.

Der Vatikan hatte im Januar die Vorstufe für die Heiligsprechung ermöglicht, indem er die angebliche Wunderheilung Johannes Pauls an einer Nonne aus Frankreich anerkannte. Sie litt wie er an Parkinson. Die sterbliche Hülle des Papstes war bereits am Freitag aus dem Grab unter dem Petersdom gehoben worden. Der Sarg wird nach der Seligsprechung allen Gläubigen zugänglich sein. Seine letzte Ruhe findet Karol Wojtyla wohl am Montag in der Kapelle des Heiligen Sebastian.

Für Sonntag hatten sich hochrangige Delegationen mit Staats- und Regierungschefs aus 62 Ländern angesagt. Unter ihnen sind Polens Präsident Bronislaw Komorowski, das belgische Königspaar Albert II. und Paola, EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso sowie der umstrittene Präsident Simbabwes, Robert Mugabe. Der 87-jährige Katholik ist mit einem EU-Einreiseverbot belegt, darf aber den Vatikan besuchen.

Von Julian Mieth

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