Papst: Kirche wird junge Leute künftig schützen

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Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagnachmittag während seines Malta-Besuchs mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester zusammengetroffen.

Valletta - Papst Benedikt XVI. ist am Sonntagnachmittag während seines Malta-Besuchs mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Priester zusammengetroffen. Er macht ein großes Versprechen.

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche hat Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch der Mittelmeerinsel Malta eingeholt. Er traf am Sonntag mit einer Gruppe von Männern zusammen, die nach eigenen Angaben als Kinder in den 80er und 90er Jahren von katholischen Priestern in einem maltesischen Waisenhaus missbraucht wurden.

Benedikt äußerte nach Angaben des Vatikans seine Scham und sein Bedauern über das Leid, das den Missbrauchsopfern zugefügt wurde. “Er hat mit ihnen gebetet und ihnen zugesichert, dass die Kirche alles in ihrer Macht stehende tut, um den Anschuldigungen nachzugehen, die Verantwortlichen der Justiz zu übergeben und effektive Maßnahmen zu ergreifen, die jungen Leute in Zukunft zu schützen“, teilte der Vatikan mit.

Chronologie der Missbrauchsfälle

Chronologie der Missbrauchsfälle

Der Besuch in Malta ist die erste Auslandsreise des Papstes, seitdem der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche immer weitere Kreise zieht. Zuvor hatte der Papst in der Stadt Floriana eine Messe gefeiert, zu der nach Kirchenangaben 10.000 Menschen kamen. Die Mittelmeerinsel gilt als eines der katholischsten Länder der Erde.

In Malta sind Schwangerschaftsabbrüche und Scheidungen auch nach dem EU-Beitritt verboten. “Viele Stimmen versuchen uns dazu zu bringen, unseren Glauben an Gott und seine Kirche beiseitezulegen“, sagte der Papst während der Messe. Zugleich warnte er davor zu glauben, dass die moderne Technik alle menschlichen Bedürfnisse erfüllen und vor allen Gefahren bewahren könne. “Das ist nicht so“, sagte er.

Zum Auftakt der Messe erklärte Erzbischof Paul Cremona, man könne nicht einfach am Modell der Kirche festhalten, “an das wir seit Jahrzehnten gewöhnt sind“. Die Kirche müsse demütig genug sein, die Fehler und Sünden ihrer Mitglieder zu erkennen. Anlass der Reise war der 1.950. Jahrestag der Landung des Völkerapostels Paulus auf der Mittelmeerinsel. Benedikts Chartermaschine war am Samstag eine der wenigen, die von dem römischen Flughafen Leonardo da Vinci abfliegen durften. Wegen der Aschewolke war der Luftraum über Norditalien gesperrt.

dpa

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