Portugal: Terrorzentrale der ETA ausgehoben

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Nach diesen beiden Männer fandet die Polizei jetzt.

Madrid/Lissabon - Die portugiesische Polizei hat bei der Aushebung einer Terrorzentrale der baskischen Untergrundorganisation ETA die Rekordmenge von 1,5 Tonnen Sprengstoff sichergestellt.

Wie der Madrider Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba am Sonntag mitteilte, hatte die ETA den Unterschlupf in der Ortschaft Óbidos als “Bombenfabrik“ nutzen wollen. Außerdem habe das Versteck den Separatisten als Einsatzzentrale für die Vorbereitung von Terroranschlägen in Spanien dienen sollen. “Wahrscheinlich hatte die ETA schon vor einiger Zeit die Entscheidung getroffen, aufgrund der Fahndungserfolge der Sicherheitskräfte ihren logistischen Apparat und ihre Bombenfabrik von Frankreich nach Portugal zu verlegen“, sagte der Minister in Sevilla.

In dem ETA-Versteck in der 100 Kilometer nördlich von Lissabon gelegenen Kleinstadt entdeckten die Ermittler neben dem Sprengstoff weiteres Material zur Herstellung von Bomben, elektronische Geräte sowie Stadtpläne von Madrid und Cádiz. Die spanische Polizei vermutete, dass die ETA von Portugal aus Terroranschläge in der spanischen Hauptstadt und in der südspanischen Stadt Cádiz, dem Wahlkreis des Innenministers, vorbereiten wollte.

Die ETA hatte vor zwei Jahren schon einmal versucht, in Portugal eine Infrastruktur von Unterschlupfen und Waffenlagern aufzubauen. Das Vorhaben scheiterte jedoch.

“Die Polizeiaktion in Óbidos war ein schwerer Schlag für die ETA“, sagte ein Beamter der Zeitung “El País“. Seit mehr als zehn Jahren hatten die Ermittler nicht mehr eine solche Menge an Sprengstoff in einem ETA-Versteck sichergestellt. Von portugiesischer Seite wurden keine Einzelheiten zu dem Fahndungserfolg mitgeteilt.

Die Polizei fahndet nun nach den beiden Terroristen, die das Haus in Óbidos angemietet hatten. Die beiden Männer hatten vor der Polizeiaktion überstürzt die Flucht ergriffen. Sie konnten anhand von Ausweisen, die sie in einem Auto zurückgelassen hatten, und mit Hilfe der Sicherheitskameras eines Einkaufszentrums identifiziert werden.

dpa

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