Rebellen: Keine Suche nach Deutschen im Jemen

Saada/Kairo - Die schiitischen Rebellen in der jemenitischen Provinz Saada haben den Behörden vorgeworfen, sie trieben in dem Geiseldrama um eine Familie aus Sachsen ein falsches Spiel.

In einer Erklärung der Aufständischen hieß es, Angehörige der sogenannten Politischen Sicherheitskräfte hätten zwei angebliche Verdächtige in der Untersuchungshaft gefoltert, um sie zur Unterzeichnung falscher Geständnisse zu zwingen. Die Inhaftierten seien aufgefordert worden, das Verbrechen den Houthi-Rebellen in die Schuhe zu schieben.

Die Erklärung wurde am Donnerstagabend auf der Internetseite der Rebellenbewegung von Abdulmalik al-Houthi veröffentlicht. Von den Geiseln fehlt nach wie vor jede Spur. Die Rebellen erklärten, die Chancen, dass man den Briten und das deutsche Ehepaar und deren drei kleine Kinder noch lebend finden werde, seien nicht groß, weil die Täter dann befürchten müssten, dass man die Spur zu ihnen zurückverfolgen würde.

Am 12. Juni hatten Unbekannte in Saada neun Ausländer entführt. Diese arbeiteten an einem Krankenhaus in der Provinz, in der seit 2004 mehrfach Kämpfe zwischen Houthi-Rebellen und Truppen der Regierung ausgebrochen sind. Zwei deutsche Pflegehelferinnen und eine koreanische Lehrerin waren von den Kidnappern kurz nach dem Überfall erschossen worden.

Zu der Entführung, die im Jemen große Empörung ausgelöst hat, hat sich niemand bekannt. Die Regierung in Sanaa behauptet, die Rebellen hätten Kontakt zu den Geiselnehmern. Die Houthi-Rebellen berichteten derweil unter Berufung auf Augenzeugen, in dem Gebiet, in dem die Ausländer verschleppt worden seien und in dem Tal, in dem man die Leichen der drei Frauen gefunden hatte, sei nie richtig nach den restlichen Geiseln gesucht worden. Außerdem würden die Ermittlungen durch einen Konflikt zwischen dem Gouverneur der Provinz und dem örtlichen Chef der “Politischen Polizei“ behindert.

dpa

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