Fall Maddie: Pädophiler in Verdacht

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Erst Anfang Mai ist ein neues Fahndungsfoto von Madeleine mit Altersanpassung herausgegeben worden.

London - Ein verurteilter britischer Pädophiler ist im Fall der vermissten kleinen Madeleine ins Visier der Ermittler gerückt. Er soll sich zur Zeit in Deutschland aufhalten.

Der 64-Jährige habe vor zwei Jahren, als das englische Mädchen verschwunden ist, in Südportugal gelebt, berichteten britische Zeitungen am Freitag .

Der Mann soll derzeit nach Angaben des “Daily Mirror“ in einem deutschen Krankenhaus wegen Krebs behandelt werden. Verbindungen zu Deutschland habe er, weil seine Frau Deutsche sei.

Der Sprecher von Maddies Eltern , Clarence Mitchell, sagte, der Brite sei “von Interesse“ für die Privatermittler der McCanns. Er betonte jedoch, es sei eine von mehreren Spuren, der die Ermittler nachgingen. Die Polizei der Grafschaft West Yorkshire teilte mit, den Mann im Zusammenhang mit rund 30 Jahren zurückliegenden Taten befragen zu wollen. Der Brite hatte mehrmals wegen Sexualstraftaten an jungen Mädchen im Gefängnis gesessen.

Madeleine war im Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einem Ferienappartement in Praia da Luz an der Algarve-Küste verschwunden, als ihre Eltern beim Abendessen waren. Die portugiesische Polizei hatte die Ermittlungen im vergangenen Jahr ergebnislos eingestellt. Erst vor wenigen Wochen hatten die Eltern ein neues Phantombild eines Verdächtigen sowie ein neues Foto von Madeleine veröffentlicht. Es zeigt, wie sie im Alter von sechs Jahren aussehen würde.

Nach Medienangaben hatte ein Paar, das in Portugal Urlaub gemacht und den Mann getroffen hatte, Alarm geschlagen. Er soll mit seiner deutschen Frau und sechs Kindern von Campingplatz zu Campingplatz gezogen sein und bizarre Kommentare gemacht haben. Unter anderem habe er erzählt, wie “Zigeuner-Touristen“ ihm ein Kind abkaufen wollten und dass er nach Marokko für einen “Business-Trip“ müsse. In Marokko wurde Madeleine vermeintlich öfters gesichtet. Der Mann selbst betonte nach Angaben des “Daily Mirror“, er habe ein Alibi für jene Tatnacht und sei nicht schuldig.

Der Sprecher der McCanns sagte nicht, in welchem Krankenhaus in Deutschland der Mann behandelt wird. In Großbritannien müssen sich verurteilte Sexualstraftäter in ein Register eintragen und auch über eventuelle Reisen informieren. Dies habe der Mann jedoch offenbar nicht getan, sagte Mitchell. Die Polizei müsse nun entscheiden, was sie mit den neuen Informationen machen will.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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