Russische Islamisten bekennen sich zu Anschlag

+
Die Einsatzkräfte helfen am Unglücksort: In einem Schnellzug detonierte ein Sprengsatz.

Moskau - Islamistische Extremisten aus dem russischen Unruhegebiet Nordkaukasus haben die Verantwortung für den Anschlag auf den Schnellzug Moskau-St. Petersburg übernommen.

Lesen Sie auch:

Russland fahndet nach Zug-Terroristen

Ermittler: Zugunglück in Russland war Anschlag

Nachdem die Regierung in Moskau ihre “blutige Besatzungspolitik“ im Kaukasus fortsetze, habe sich die Gruppe zu einem “Sabotagekrieg“ im russischen Kernland entschlossen, heißt es in einem Schreiben, das am Mittwoch auf einer Internetseite tschetschenischer Separatisten veröffentlicht wurde. Zuvor hatte bereits Chefermittler Alexander Bastrykin gesagt, der Anschlag von Freitagabend mit mindestens 26 Toten trage die Handschrift von Rebellen aus dem Nordkaukasus.

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

Die schlimmsten Terroranschläge seit dem 11. September

Die Extremisten begründen in dem Schreiben den Anschlag auf den “Newski Express“ mit den vielen hohen Beamten, die den Luxuszug zwischen den beiden größten Städten des Landes nutzen würden. Die Gruppe bereite weitere Attentate auf “strategische Ziele“ vor. Die russischen Ermittlungsbehörden begannen am Mittwoch mit der Fahndung nach vier Kaukasiern. Die Männer hätten sich vor dem Anschlag “verdächtig“ in der Region verhalten, sagte ein Sprecher nach Angaben der Agentur Interfax. Die Staatsduma in Moskau ehrte die Opfer des Anschlags am Mittwoch vor ihrer Sitzung mit einer Schweigeminute. Gewerkschaften und kremltreue Kräfte wollten beu einer Anti-Terror- Demonstration in Moskau auf die Straße gehen.

Etwa 100 der mehr als 650 Passagiere des voll besetzten Zuges waren am Freitagabend verletzt worden, als an der Strecke des “Newski Express“ ein Sprengsatz explodierte. Als Drahtzieher des Anschlags wird der zu islamistischen Terroristen übergelaufene Ex-Soldat Pawel Kossolapow gesucht. Ihm werden Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida nachgesagt. Der zweite Anschlag auf den Schnellzug seit 2007 war das schwerste Attentat auf ein ziviles Ziel außerhalb des Nordkaukasus seit fünf Jahren. In der Region kämpfen islamistische Rebellen für ein von Russland unabhängiges Kaukasus-Emirat.

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser