Wilderer quälten Biber

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Hannes Augustin und Robert Lindner (v.l.n.r.) mit einem historischen Biberpräparat.

Salzburg - Auf brutale Weise haben Unbekannte einen Biber am Salzachufer getötet. Die Tiere wurden in Salzburg schon mal ausgerottet und stehen heute unter Schutz.

Bei der näheren Untersuchung des Tieres durch den Präparator Stefan Gratzer zeigte sich, dass das Tier wahrscheinlich nicht - wie ursprünglich vermutet - eines natürlichen Todes gestorben ist, sondern Opfer einer Wilderei wurde.

Sollte es sich bewahrheiten, dass im vorliegenden Fall der Biber tatsächlich durch mehrere Schüsse eines Luftdruckgewehrs in den Kopf getötet wurde, stellt diese Art der Tötung außerdem einen tierquälerischen Tatbestand dar. Das Haus der Natur, der Salzburger Naturschutzbund und die Salzburger Jägerschaft haben diesen Vorfall mittlerweile dem Landeskriminalamt Salzburg, Umweltkriminalität zur Anzeige gebracht.

Blutige Luftdruckprojektile die einen armen Biber töteten.

Der Biber wurde offensichtlich aus unmittelbarer Nähe durch zahlreiche Projektile eines Luftdruckgewehrs verletzt. Eines der Geschoße ist durch das Auge in den Schädel eingedrungen und war vermutlich tödlich.

Der Biber (Castor fiber) wurde in Salzburg gegen Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Die heute in Salzburg lebenden Biber gehen auf eine europaweite Wiedereinbürgerung zurück, die in den 1980er Jahren ihren Anfang nahm. Heute wird der Biber in der sogenannten FFH- Richtlinie, einer Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union in Anhang II und IV gelistet. Das bedeutet, dass EU-weit der der absichtliche Fang oder die Tötung freilebender Biber explizit verboten ist.

Die Umsetzung dieser EU Richtlinie im Land Salzburg erfolgt im Salzburger Jagdrecht. Der Biber ist darin als ganzjährig geschont angeführt. Er ist also zwar ein prinzipiell jagdbares Wild, das aber in allen Lebensstadien besonders geschützt ist. Aufgrund der Tatsache, dass der Biber im Jagdrecht als Wildart geführt wird, ist die absichtliche Tötung eines Tieres in einem fremden Jagdrevier nicht nur aufgrund der ganzjährig geltenden Schonzeit verboten, sondern stellt außerdem einen Akt der Wilderei dar.

Pressemitteilung Haus der Natur

Quelle: rosenheim24.de

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