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„Alles wird teurer“ 

Preisvergleich der Arbeiterkammer: Drogeriewaren kosten in Salzburg doppelt so viel wie in Bayern

Ständige 25-Prozent-Aktionen bringen laut Arbeiterkammer häufig nichts, da die Testkäufer meist die günstigen Eigenmarkten gekauft haben und diese von den speziellen Aktionen meist ausgenommen sind.
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Ständige 25-Prozent-Aktionen bringen laut Arbeiterkammer häufig nichts, da die Testkäufer meist die günstigen Eigenmarkten gekauft haben und diese von den speziellen Aktionen meist ausgenommen sind.

Die Arbeiterkammer hat im Herbst 2021 und im Frühjahr 2022 wieder in Freilassing, Piding und Salzburg eingekauft und die Preise verglichen.

Salzburg/Freilassing – Das Ergebnis: Beim Einkauf im Herbst 2021 ist der erhobene Warenkorb mit Lebensmittel und Drogeriewaren in Salzburg um zwölf Prozent teurer als im angrenzenden Bayern, im März ging die Schere mit 14 Prozent höheren Preisen in Salzburg wieder etwas mehr auseinander. „Der Grund liegt darin, dass die Preise im Schnitt in Bayern seit Herbst 2021 stabil blieben und in Salzburg mit drei Prozent im Schnitt anzogen“, so Stefan Göweil vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Salzburg. Durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine würden jetzt aber die Preise auch in Bayern deutlich anziehen.

Der aktuelle Warenkorb besteht aus 45 Lebensmitteln von Bananen, Olivenöl bis Fischstäbchen, und neun Drogerie-Produkten, von Zahnpaste und Duschgel bis Küchenrolle und Katzenfutter. Die Lebensmittel waren in Salzburg im Schnitt um elf Prozent teurer, die Drogeriewaren um 35 Prozent teurer als in Deutschland, eingekauft wurde unter anderem im Globus, Kaufland und Aldi, bei Norma und Lidl, sowie bei Rewe in Piding.

„Bei den Lebensmitteln haben wir zum Beispiel Tiefkühlpizza Margherita in Bayern um 60 Prozent billiger eingekauft als in Salzburg, Spaghetti um 50 billiger und Kartoffel waren in Bayern um 56 Prozent günstiger“, so Göweil. Teurer war in Bayern nur Bohnenkaffee, um 29 Prozent. Noch auffallender sind die Preisunterschiede bei den neun getesteten Drogeriewaren, „ein Stück Seife ist in Salzburg um 114 Prozent teurer, die günstigste Zahnpasta um 94 Prozent teurer als in Freilassing“. 

Toilettenpapier in Salzburg billiger

Insgesamt waren 65 Prozent der im März gekauften Produkte in Salzburg im Schnitt teurer als in Freilassing, nur 33 Prozent waren in Salzburg billiger zu bekommen, „zum Beispiel die meisten Wurstsorten, Bohnenkaffee, Äpfel und Toilettenpapier“, zwei Prozent hatten diesmal den gleichen Preis. Die Preisvergleiche mit Bayern sind steuerbereinigt gerechnet. 

Eigenmarken drücken die Preise

Bei der ersten Vergleichserhebung der Arbeiterkammer Salzburg im Herbst 2008 betrug die Differenz zwischen Salzburg und Bayern beim Einkauf im Durchschnitt noch 20 Prozent, danach habe es jedoch eine spürbare Annäherung gegeben. „Im Herbst 2010 war der Unterschied bereits auf zwei Prozent zusammengeschrumpft, der Grund war vor allem die verstärkte Einführung vieler Eigenmarken von Lebensmittelketten am österreichischen Markt wie Clever oder S-Budget.

„Danach pendelten sich die Unterschiede bei den jeweils günstigsten Angeboten wieder um die zehn Prozent ein“. Bei den Testkäufen im Herbst 2019 war der erhobene Warenkorb in Salzburg um elf Prozent teurer als im angrenzenden Bayern, 2020 wurde aufgrund der Pandemie und der eingeschränkten Einreisbedingungen keine Erhebung in Bayern durchgeführt. 

Aldi hat 180 Preise erhöht

In Salzburg selbst sind die Preise der über 50 eingekauften Produkte vom Herbst 2021 bis zum Frühjahr 2022 um drei Prozent gestiegen. „Seit Beginn der Covid Pandemie ist es lange Zeit zu keinen starken Preisbewegungen bei den Waren dieses Warenkorbs gekommen. Weder nach unten noch nach oben, die Preise blieben weitgehend stabil, das dürfte sich nun ändern“, befürchtet Göweil.

Die Zeichen stehen deutlich in Richtung steigender Preise im Lebensmittelbereich. „Die explodierenden Energiepreise, die Ukrainekrise mit großer Unsicherheit über die nächsten Ernten und Erträge, sowie Probleme bei der Herstellung von Düngemittel bewirken immer häufigere Ankündigungen von Preissteigerungen bei Lebensmitteln“. Auch in Deutschland hätten die Preise bereits angezogen, Aldi Süd habe in den letzten zwei Wochen die Preise von mehr als 180 Produkten mit 450 Varianten erhöht. „Die meisten Änderungen bei Aldi Süd hat die Konkurrenz inzwischen nachgezogen“. Wie Beteiligte berichten, ändern sich dadurch auch die Marktbedingungen. Die bisher gültigen Jahresvereinbarungen zwischen Händler und Lieferanten werden zunehmend von zeitlich kürzeren Verträgen und Klauseln für Preisanpassungen ersetzt. 

„Dadurch ist davon auszugehen, dass stabile Preise bei vielen Lebensmitteln über einen längeren Zeitraum, zumindest eine Weile, der Vergangenheit angehören“. 

„Alles wird teurer“-Gefühl

„Es gibt Produkte, bei denen eine Preissteigerung deutlicher wahrgenommen wird“, so der Konsumentenschützer der Arbeiterkammer. Gerade bei Grundnahrungsmitteln sind viele Kunden besonders preissensibel. Speziell in dieser Gruppe fallen Preissteigerungen besonders auf. „Es verwundert auch nicht, dass hier ein Grundgefühl entsteht, dass alles teurer wird“. 

Der Arbeiterkammer ist bewusst, dass die Testeinkäufe nur Momentaufnahmen sind, „beim Warenkorb stehen Produkte des täglichen Bedarfs im Vordergrund, wir kaufen dabei jeweils das Produkt mit dem günstigsten Preis, da diese speziell für einkommensschwache Haushalte von großer Bedeutung sind“. Der österreichische Handel argumentiert die „höheren Preise“ seit jeher mit dem dichteren Filialnetz in Österreich und dem im Vergleich zu Deutschland kleineren Markt. 

hud

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