Schwimmbadheizung aus dem Leichenhaus

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Nicht mehr nur in die Luft soll im britischen Redditch die Abluft aus dem Krematorium. Die Mehrheit der Bürger will damit das Schwimmbad heizen.

London - Nur nichts verkommen lassen: Im mittelenglischen Redditch wird künftig ein Schwimmbad mit der Abwärme eines Krematoriums beheizt.

Der örtliche Stadtrat gab am Montagabend grünes Licht für die aus Pietätsgründen heftig umstrittenen Pläne. Die Arbeiten für den notwendigen Umbau sollen der Ratsentscheidung zufolge im Sommer beginnen. Die Heizung aus dem Leichenhaus soll der Kommune jährlich 14.000 Pfund sparen. Die Ratsmitglieder sehen sich in ihrer Entscheidung von einer breiten Mehrheit getragen. “80 bis 90 Prozent der Reaktionen, die wir in E-Mails, Briefen oder Telefonaten bekamen waren positiv“, sagte Stadtratsvorsitzende Carole Gandy. “Viele lobten uns, wie innovativ wir sind und dass wir das so offen diskutiert haben.“

In vielen Städten des wirtschaftlich angeschlagenen Großbritanniens müssen zurzeit Schwimmbäder wegen der Sparpläne der Regierung geschlossen werden. Die Technik zur Nutzung von Abgasen aus der Leichenverbrennung sei “in Teilen Europas, besonders in Schweden weit verbreitet“, hieß es. Die Gewerkschaft Unison hatte die Plane der konservativen Stadtregierung im Vorfeld als “unsensibel“ kritisiert. Redditch hat derzeit 80.000 Einwohner.

dpa

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