Opfer stammen aus Deutschland

Frau und zwei Kinder (7) sterben durch Lawine in Südtirol: Polizei ermittelt gegen fünf Personen - Bewegende Gedenkfeier

In Südtirol wurden eine Frau und zwei Kinder (beide 7) von einer Lawine erfasst und getötet, alle Opfer stammen aus Deutschland. Ein Junge und sein Vater wurden ebenfalls verletzt. 

  • In Südtirol hat sich am Samstag (28. Dezember 2019) ein schweres Unglück im Skigebiet Schnalstal ereignet.
  • Am Mittag löste sich eine Lawine und erfasste mehrere Menschen.
  • Eine Frau (35), ein siebenjähriges Mädchen und ein weiteres Kind starben, weitere Personen wurden verletzt. 

Update vom 31. Dezember, 11.41 Uhr:  Zahlreiche Menschen haben der drei Opfer des Lawinenunglücks in Südtirol gedacht. Am Montagabend kamen Skifahrer zu einem Fackelzug in dem Skigebiet im Schnalstal zusammen, um an die Toten aus Deutschland zu erinnern. Die Skifahrer seien in Herzform abgefahren, es sei ein „stilles Gedenken“ gewesen, sagte eine Mitarbeiterin der organisierenden Skischule der dpa am Dienstag. Alle Silvesterfeiern im Ort seien abgesagt worden, keiner sei in „Feierlaune“.

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Mit dabei seien auch Bergretter gewesen, die am Unglückstag auf der Piste waren, und etwa 200 Gäste. Außerdem habe es eine Andacht in der örtlichen Kirche gegeben. Eine Frau und ihre siebenjährige Tochter aus Thüringen sowie ein sieben Jahre altes Mädchen aus Nordrhein-Westfalen waren gestorben, als am Samstag eine Lawine über die Piste abging.

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Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen fünf Personen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Herbeiführung eines Lawinenunglücks.

Der Lawinenexperte Lukas Rastner sagte dem Sender Rai Südtirol: „Es gibt Spuren von Variantenfahrern an der Abbruchkante.“ Es könne aber nicht gesagt werden, von wann die stammen. Rastner arbeitet für den Lawinenwarndienst des Landes.

Auch der Pistenbetreiber äußerte sich erneut und sagte, es sei alles Menschenmögliche getan worden, um ein Unglück zu verhindern. „Es ist immer der gleiche Ablauf, die Mitarbeiter arbeiten bereits seit über 20 Jahren bei uns. Sie bewerten alle möglichen Gefahrenquellen, sprechen mit den Schneekatzenfahrern, die im Gelände unterwegs sind, und nehmen jeden Hinweis auf. So war es auch am Samstag“, sagte Elmar Pichler Rolle, Sprecher der Schnalstaler Gletscherbahnen, der Rai.

Er rechnet mit „zivilrechtlichen Folgen“. „Wir werden dafür zur Verantwortung gezogen werden.“ Die Gletscherbahnen seien sehr gut versichert. Der Präsident des Unternehmens habe die Angehörigen des Unglücks besucht und ihnen sein Beileid ausgesprochen.

In Tirol ist eine weitere Lawine abgegangen. Am 31. Dezember wurde dabei mindestens eine Person verschüttet. Jetzt ist ein Deutscher bei einem Unfall auf einer Ski-Piste in St. Moritz ums Leben gekommen. 

Frau und zwei Kinder (7) sterben durch Lawine in Südtirol: Fahrlässige Tötung? Polizei ermittelt gegen fünf Personen

Update vom 30. Dezember, 17.38 Uhr: Nach dem Lawinenunglück mit drei toten Deutschen in Südtirol ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen fünf Personen. Sie seien wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Herbeiführung eines Lawinenunglücks in das Ermittlungsregister eingetragen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Bozen am Montag mit. Um wen es sich dabei handelt, wurde nicht bekannt. Die Unglückspiste im Schnalstal sei für die Beweisaufnahme gesperrt worden. Die Leichen seien zur Überführung freigegeben worden.

Ermittelt werden muss, wie es zu der Katastrophe kam und was die Lawine ausgelöst hat. Die Frage ist unter anderem, ob der Skipistenbetreiber das Lawinenrisiko falsch eingeschätzt hat oder ob ein Skifahrer abseits der Piste das Schneebrett ausgelöst hatte.

Lawine in Südtirol tötet Frau und zwei Kinder (7): Silvester-Feuerwerk abgesagt - Neue Details erschüttern

Update vom 30. Dezember, 9.08 Uhr: Eine 35-jährige Deutsche und zwei Mädchen (beide 7) sind am Samstag auf einer Piste in Südtirol von Schneemassen verschüttet und dabei ums Leben gekommen. Die Lawinenopfer waren auf der rund 2.400 Meter hohen „Teufelsegg“-Piste Skigebiet Schnalstal unterwegs als sich eine Lawine löste.

Wie die Bild berichtet, war die Frau - eine Oberstabsärtzin der Bundeswehr - wohl sofort tot. Ihre Tochter wurde noch in einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Dort starb das Mädchen an seinen Verletzungen. 

Für eine weitere Siebenjährige aus NRW kam jede weitere Hilfe zu spät. Sie wurde mit ihrem Vater und Bruder (11) von der Lawine erfasst. Das Mädchen starb noch an der Unglücksstelle. Vater und Bruder wurden verletzt in ein Krankenhaus gebracht.  

Nach der Lawinentragödie ist die Trauer um die Todesopfer groß. Das Silvester-Feuerwerk in Kurzras wurde nach Absprache mit dem Bürgermeister der Gemeinde Schnals abgesagt, teilte die Schnalstaler Gletscherbahnen AG mit. Die Pisten „Teufelsegg“ und „Hintereis“ sind derzeit gesperrt. Andere Pisten und Lifte sind im Skigebiet Schnals für Wintersportler offen.

Zwei Skifahrer im Alter von 21 und 26 Jahren sind während einer Abfahrt in einem Tiroler Skigebiet zusammengestoßen. Die beiden wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. 

Lawinendrama in Südtirol: Hätte die Piste gesperrt werden müssen?     

Update vom 29. Dezember, 16.55 Uhr: In Südtirol rollt eine Lawine über eine gesicherte Piste - eine Frau und zwei sieben Jahre alte Mädchen verloren ihr Leben. Wie konnte es zu so einem Unglück mitten auf einer Piste kommen? Selbst Experten sind bestürzt. 

„Es ist ein außerordentlicher Fall“, sagte der Sprecher der italienischen Bergrettung, Walter Milan. Eigentlich seien Pisten sicher. Auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein spricht von einem extremen Einzelfall. „Das Risiko auf einer Piste bei einer Lawine zu Tode zu kommen, ist so derart gering.“ Wesentlich wahrscheinlicher seien lebensgefährliche Stürze.

Betreiber müssen den Zustand der Piste und die Lawinengefahr kontrollieren. Niemand könne von den Urlaubern, die auf der Piste unterwegs seien, verlangen, den Lawinenlagebericht korrekt zu interpretieren, so Bucher. Dass Lawinenabgänge auf den Klimawandel zurückzuführen seien, hält er für nicht geklärt. „Es liegt zwar nahe, dass eine Zunahme extremer Wetterereignisse wie starker Wind das Lawinenrisiko insgesamt erhöhen, aber ein Zusammenhang (mit der Erderwärmung) ist nicht nachgewiesen.“

Die Betreiber können Pisten sperren, wenn sie die Situation für gefährlich halten. Oft werden Lawinen mit Sprengungen künstlich ausgelöst, um das Risiko für Skifahrer zu minimieren. Aber vollständige Sicherheit gibt es in den Bergen nie. „Man tut alles menschenmögliche, aber ein Restrisiko bleibt“, sagte Bucher.

An jenem Samstag herrschte Lawinenstufe 3 von 5. Das bedeutet „erhebliche Gefahr“. Es blies ein scharfer Wind. Und Wind begünstigt Lawinen. Zudem seien die Temperaturen gegen Mittag angestiegen. Auch das ist ein Lawinenfaktor. „Der Hang über der Piste ist sehr steil, und mit dem Wind verhält sich Schnee wie Zucker auf einer Glasplatte“, sagte Bergretter Milan.

Die Polizei hält aktuell für unwahrscheinlich, dass Skifahrer abseits der Piste das Unglück ausgelöst haben. Es gebe bisher keine Hinweise, dass Tourengeher für das Unglück verantwortlich seien, sagte der Sprecher am Sonntag. Nun liegt es an der Staatsanwaltschaft in Bozen, den Hergang zu klären. Die Behörde machte sich am Sonntag am Unglücksort ein Bild von der Lage. Gegen wen und wegen was ermittelt werden soll, war noch unklar.

Lawine in Südtirol: Frau und Kinder (7) sterben im Schnalstal - CSU-Minister zufällig vor Ort

Update vom 29. Dezember, 13.18 Uhr: In den italienischen Alpen ist am Sonntag erneut eine Lawine abgegangen. Ein Mensch sei bei dem Unglück in den Dolomiten am Sonntag ums Leben gekommen, sagte ein Sprecher der italienischen Bergwacht. Drei weitere wurden gerettet. Die Lawine hatte sich in der Nähe der Tuckett-Hütte in der Brenta-Gebirgsgruppe gelöst. Woher die Menschen kamen, war zunächst unklar. Wie italienische Medien berichteten, handelt es sich bei dem Todesopfer um einen 28-jährigen einheimischen Skifahrer. 

Lawine in Südtirol tötet Frau und zwei Kinder (7): „Sind alle geschockt“ - Minister war privat vor Ort

Update vom 29. Dezember 2019, 12.18 Uhr: Bei dem Lawinenunglück in Südtirol hat die Polizei nach eigenen Angaben bisher keine Hinweise, dass das Schneebrett von Tourengehern abseits der Piste ausgelöst wurde. Es habe sehr starken Wind und einen Temperaturanstieg gegeben, sagte ein Sprecher der Carabinieri am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Dies begünstigt eine natürliche Auslösung von Lawinen. Die Staatsanwaltschaft sei für Ermittlungen am Unglücksort.

Bei den Toten handelt es sich nach neuen Angaben der Polizei um eine 35 Jahre alte Frau aus Thüringen - zuvor hatte die Polizei das Alter mit 25 angegeben. Ihre sieben Jahre alte Tochter sei trotz Wiederbelebungsmaßnahmen später ebenfalls gestorben. Der Vater sei auch dabei gewesen, aber nicht von der Lawine erfasst worden.

Lawine in Südtirol tötet Frau und zwei Kinder (7): „Sind alle geschockt“ - Minister war privat vor Ort

Update vom 29. Dezember 2019, 11.07 Uhr: Wie die dpa berichtet, bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums, dass Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) privat vor Ort gewesen sein. Der Politiker habe in der Region Urlaub gemacht, berichtet zuvor die Bild am Sonntag. Auch Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) drückte den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. 

„Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei den Angehörigen und den Freunden aller Opfer dieses furchtbaren Unglücks“, teilte Kramp-Karrenbrauer (CDU) auf Twitter mit. Die gestorbene Frau sei Soldatin gewesen.

Lawine in Südtirol tötet Frau und zwei Kinder (7): „Sind alle geschockt“ - Minister zufällig vor Ort

Update vom 29. Dezember 2019, 7.00 Uhr: In der Nähe des Unglücksorts hatte sich Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) aufgehalten. Das berichtet bild.de. Demnach macht der Politiker Urlaub in Südtirol. Der Minister habe Angehörige der Opfer besucht und ihnen kondoliert, da diese in einem Hotel in der Nähe von Scheuer untergebracht seien. 

Die Betreiber der Schnalstaler Gletscherbahnen äußerten sich nach dem Unglück geschockt. „Das ist eine furchtbare Tragödie“, zitiert südtirolnews.it den Direktor der Gletscherbahnen. Und: „Wir sind alle geschockt“. Was war die Ursache für den Lawinenabgang? Die Behörden haben bereits die Ermittlungen zu dem Unglück, bei dem eine Frau sowie zwei Kinder ums Leben gekommen sind, übernommen. 

Mitarbeiter der Gletscherbahnen würden, bevor die Pisten freigegeben werden, die Lage prüfen, erklärt der Direktor weiter. Mitarbeiter hätten am Morgen des Unglücks keine Gefahr erkannt. „Hätten sie Zweifel gehabt, hätten sie die Talabfahrt ganz bestimmt nicht für den Betrieb freigegeben“, zitiert südtirolnews.it den Verantwortlichen der Gletscherbahnen weiter. 

Am Samstag ist ein Deutscher von einer Lawine in der Schweiz verschüttet worden. Sein Sohn versuchte ihn zu befreien.

Riesen-Lawine in Südtirol tötet Frau und zwei Kinder (7) - die Meldungen vom 28. Dezember

Update 21.10 Uhr: Ein Sprecher der Carabinieri in Bozen bestätigte am Samstagabend, dass die drei Opfer des Lawinenunglücks in Südtirol Deutsche waren. Eine 25-jährige Frau und ein siebenjähriges Mädchen stammen aus Hauteroda in Thüringen. Das andere Mädchen, ebenfalls sieben Jahre alt, kommt aus Eschweiler in Nordrhein-Westfalen.

Die Menschen seien auf einer Piste im Schnalstal westlich von Meran unterwegs gewesen, als sich die Lawine gegen Samstagmittag auf einer Höhe von etwa 3000 Metern löste und in ein Skigebiet raste. Ein elfjähriger Junge und sein Vater, die ebenfalls aus Eschweiler stammen, wurden bei dem Lawinenabgang verletzt.

Laut dem Sprecher der Carabinieri habe keine Lawinengefahr bestanden. Allerdings herrschte zum Zeitpunkt des Unglücks starker Wind und es hatte einen Temperaturanstieg gegeben.

Lawinenunglück in Südtirol: Drei Menschen sterben - weitere sind verletzt

Update 19.55 Uhr: Bei dem schweren Lawinenunglück in Südtirol kamen nicht wie bisher vermutet zwei, sondern drei Menschen ums Leben. Wie der italienische Sender RAI berichtet, verstarb auch ein zweites Kind, nachdem sich ein Schneebrett in dem Skigebiet gelöst hatte. Es wurde von einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Trient gebracht, erlag dort aber seinen Verletzungen. Laut der italienischen Zeitung handelt es sich bei zwei der Toten um eine Mutter und ihre Tochter. 

Ersten Erkenntnissen nach stammen alle Opfer aus Deutschland, die Bergrettung konnte diese Information jedoch immer noch nicht offiziell bestätigen. Insgesamt seien bei der Rettungsaktion drei Hubschrauber im Einsatz gewesen. Circa 70 Einsatzkräfte suchten nach dem Lawinenabgang am Mittag nach weiteren möglichen Verschütteten.

Nach dem Lawinenunglück in Südtirol waren drei Helikopter und etwa 70 Rettungskräfte im Einsatz.

Erstmeldung vom 28. Dezember, 18.30 Uhr: Tote nach Lawinenunglück in Südtirol

Bozen - Bei einem Lawinenunglück in Südtirol sind am Samstag eine Frau und ein Kind getötet und drei weitere Menschen verletzt worden. Sie waren auf einer Piste im Skigebiet Schnalstal westlich von Meran unterwegs, als sich die Lawine gegen Mittag löste und mehrere Personen verschüttete, wie ein Sprecher der Carabinieri in Bozen bestätigte. Laut dem Südtiroler Portal stol.it handelt es sich bei den Unfallopfern um Deutsche.

Lawine in Südtirol tötet Frau und 7-jähriges Mädchen

Zwei Personen konnten aus den Schneemassen befreit und mit mittelschweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Meran gebracht werden. Ein Kind wurde schwer verletzt und mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus in Trient gebracht. Für die Frau und das siebenjährige Mädchen kam jede Hilfe zu spät. Die Rettungskräfte suchten am Samstag auch noch nach weiteren Vermissten.

Laut der Zeitung Corriere della Sera soll die Lawine 500 Meter lang und 150 Meter breit gewesen sein. Wie genau sie ausgelöst wurde, ist bislang nicht bekannt. 

Vor kurzem rutschte ein fünfjähriges Kind aus Deutschland in Tirol aus einem Sessellift. Der Skilehrer konnte das Unglück nicht mehr verhindern. In einem Skigebiet in der Schweiz ist ebenfalls eine Lawine niedergegangen. Die Suche nach möglichen Verschütteten löste einen Großeinsatz aus. Eine Influencerin starb bei dem Versuch, ein Selfie an einer enorm gefährlichen Stelle zu schießen.

In den Kitzbüheler Alpen kam es zu einer dramatischen Rettungsaktion. Eine bayerische Frau verletzte sich und musste in einer dramatischen Bergung gerettet werden.

dpa/nz/Glomex/ml

Rubriklistenbild: © dpa / Uncredited

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