Taliban finanzieren sich weiter mit Drogengeldern

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Ein Taliban-Kämpfer beobachtet afghanische Bauern bei der Opium-Ernte.

Kabul - Der Drogenanbau in Afghanistan ist nach Angaben der Vereinten Nationen zwar zurückgegangen, die radikal-islamischen Taliban finanzierten damit aber weiterhin ihren Aufstand.

Die Drogengeschäfte brächten jenen bedeutende Mengen an Geld ein, die das Gelände kontrollieren, und das seien die Taliban im Süden , sagte der Chef des UN-Büros für Drogen und Kriminalität (UNODC), Antonio Maria Costa, am Mittwoch in Kabul . Immer noch komme 90 Prozent des weltweiten Rohopiums, aus dem Heroin gewonnen wird, aus Afghanistan. Anti-Drogen-Minister General Khodaidad sagte, 20 der 34 afghanischen Provinzen seien inzwischen frei von Drogenanbau.

Anabufläche um 22 Prozent gesunken

Nach einem stetigen Anstieg nach dem Sturz der Taliban war der Anbau von Schlafmohn, aus dem das Rohopium gewonnen wird, im vergangenen Jahr erstmals zurückgegangen. Der Trend setzte sich in diesem Jahr fort. “In einer Zeit des Pessimismus über die Lage in Afghanistan sind diese Ergebnisse gute Nachrichten“, sagte Costa. Sie bewiesen, dass Fortschritt möglich sei. Die Anbaufläche sei 2009 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent gesunken, hieß es in dem UNODC- Bericht. Die Opiumproduktion habe allerdings nur um zehn Prozent auf 6900 Tonnen abgenommen, da die Bauern die Effizienz steigern und mehr Opium pro Schlafmohn-Pflanze gewinnen konnten.

Der Bericht war bereits am Dienstag vorab mit Sperrfrist verbreitet worden. Am Mittwoch äußerten sich Costa und Khodaidad persönlich vor Journalisten in Kabul .

dpa

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