Thailand: Hochwasser könnte bis zu sechs Wochen dauern

Bangkok - Das Hochwasser in Thailand könnte noch bis zu sechs Wochen dauern, warnte die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. Was die Regierung unternehmen will:

Lesen Sie dazu auch:

Thailand: Hochwasserdamm durchbrochen

Das Hochwasser in Thailand hat die Außenbezirke Bangkoks erreicht und bedroht Stadtteile und Industrieparks. Besonders in der Nähe des alten Don Mueang-Flughafens etwa 20 Kilometer nördlich der Innenstadt war die Lage ernst. Im Osten nahe des neuen Suvarnabhumi-Flughafens war ein Industriepark mit 321 Fabriken bedroht. Das Hochwasser im Fluß Chao Phraya am Westrand der Stadt stieg auch. Armeechef Prayuth Chan-ocha orderte nach Angaben der Zeitung “Nation“ eine Erhöhung der Schutzdämme auf 3,40 Meter an. Am Samstag regnete es zunächst nicht. Der Wetterdienst sagte aber für die Nacht und für Sonntag Gewitter voraus.

Mehr als 113.000 Menschen seien in Notunterkünften untergebracht worden, erklärte die thailändische Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra in ihrer wöchentlichen Radioansprache am Samstag. Die Regierung werde die Hilfe für die Bedürftigen aufstocken.

In zahlreichen Geschäften in Bangkok gingen nach Trinkwasser auch Konserven und Nudelfertiggerichte zur Neige. Die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Überschwemmungen im Juli stieg nach Behördenangaben auf 356. Der chinesische Botschafter überreichte am Samstag eine umfangreiche Hilfslieferung, die unter anderem 259 Schlauchboote enthielt.

“Bangkok kann den Überschwemmungen nicht entgehen“, sagte der Sprecher des Krisenzentrums FROC, Wim Rungwattanajida. “Wir versuchen, den Wasserstand so niedrig wie möglich zu halten. Wenn wir nicht so viele Dämme gebaut hätten, wäre die Lage in Bangkok so schlimm wie weiter im Norden.“ Dort stehen weite Landstriche seit Wochen zwei bis drei Meter unter Wasser.

Hochwasser erreicht Bangkok

Millionenstadt Bangkok unter Wasser

Die Stadtverwaltung von Bangkok will das wirtschaftliche Zentrum des Landes unter allen Umständen trocken halten. Die Stadt ist mit kilometerlangen Notwällen aus Sandsäcken geschützt. Die Schleusentore an den Kanälen mussten aber unter dem Druck der Wassermassen geöffnet werden. Einige Außenbezirke der Metropole könnten ein bis zwei Meter unter Wasser geraten, sagte Wissenschaftsminister Plodprasop Suraswadi der “Bangkok Post“. Es dauere mindestens 20 Tage, bis das Wasser zum Golf von Thailand abgeflossen sei.

Der Khlong Prapa-Kanal rund 15 Kilometer nördlich der Innenstadt schwappte am Samstag an mehreren Stellen über die Ufer und setzte die nahe Hauptverkehrsstraße Chang Watthana streckenweise knöchel- bis knietief unter Wasser. Nach Angaben von Augenzeugen stieg das Wasser auch durch die Kanaldeckel nach oben. Hunderte Schaulustige waren unterwegs und machten Fotos. Am Kanal standen auf engem Raum mehr als zwei Dutzend Menschen mit Fischernetzen und Speeren. “So viel Wels gibt es hier sonst nie“, berichtete einer der Fischer.

Im Norden der Stadt drang auch Wasser auf ein Gelände der Thammaset-Universität. Am Asian Institute of Technology stehe es teilweise zwei Meter noch, berichtete die Zeitung “Nation“. Auch das Thupatamee-Stadion der thailändischen Luftwaffe wurde überschwemmt.

Regierungschefin Yingluck Shinawatra rief die Einwohner in den nördlichen Vororten auf, ihre Habseligkeiten hochzustellen und möglichst in den zweiten Stock der Häuser zu gehen. “Es gibt keinen Grund zur Panik“, sagte sie jedoch.

dpa

Rubriklistenbild: © ap (Symbolbild)

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser