Über eine Million Katalanen demonstrieren für mehr Autonomie

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Die Polizei zählte nach Angaben der Stadtverwaltung am Samstag 1,1 Millionen Demonstranten, die Organisatoren der Kundgebung sprachen sogar von 1,5 Millionen Teilnehmern.

Barcelona - Mehr als eine Million Menschen haben in Barcelona gegen ein Urteil des Obersten Gerichtshofs protestiert.

Demonstranten trugen katalonische Flaggen, einige schwenkten Transparente mit der Aufschrift: “Wir sind eine Nation.“ Zu der Großdemonstration hatten nach Angaben der Veranstalter rund 1.400 katalanische Organisationen wie Parteien, Gewerkschaften sowie Kultur- und Wirtschaftsvereinigungen aufgerufen.

Protestiert wurde gegen ein Urteil des Obersten Gerichthofs vom Freitag, demzufolge Katalonien sich nicht als eigenständige Nation bezeichnen darf. Der Gerichtshof erklärte damit einen Passus einer Charta für ungültig, die die Katalanen 2006 in einer Volksabstimmung mit breiter Mehrheit angenommen hatten. Darin wird festgestellt, dass sich Katalonien selbst als Nation betrachtet. Die meisten Artikel der Charta blieben unberührt, dennoch löste das Urteil vom Freitag in Katalonien Empörung aus. Das Verfassungsgericht erklärte, die Region rund um Barcelona als Nation zu bezeichnen, sei zwar eine “legitime Idee“, habe aber keine rechtliche Grundlage. Das Gericht war wegen bestimmter Artikel der Charta angerufen worden, die nach Ansicht der oppositionellen konservative Volkspartei (PP) die Einheit des spanischen Staats untergraben.

Katalonien errang bereits 1979 einen Autonomiestatus, die Region hat eine eigene Regierung, ein Parlament und eigene Polizeikräfte. Amts- und Unterrichtssprache der Region ist Katalanisch, das sich von der spanischen Staatssprache Kastilisch deutlich unterscheidet. Während der Militärdiktatur unter General Francisco Franco von 1939 bis 1975 war es Katalanen untersagt, ihre Sprache zu sprechen. Bücher durften nicht auf Katalanisch erscheinen.

apn

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