US-Senator trifft Aung San Suu Kyi

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US-Senator Jim Webb hat in Birma die unter Arrest stehende Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi getroffen.

Rangun - US-Senator Jim Webb ist bei seinem Besuch in Birma am Samstag mit der unter Hausarrest stehenden Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi zusammengetroffen.

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Die Begegnung fand in einem Gästehaus der Regierung in Rangun statt. Einzelheiten des kurzen Treffens waren zunächst nicht bekannt. Die 64-Jährige Friedensnobelpreisträgerin war von Sicherheitskräften in das Gästehaus gebracht worden. Erst am Dienstag hatte ein Sondergericht ihren seit vielen Jahren andauernden Hausarrest um weitere 18 Monate verlängert.

Webb traf am Samstag auch weitere Vertreter der vom Regime unterdrückten Nationalen Liga für Demokratie (NLD), deren Leitfigur Suu Kyi ist. Zuvor hatte der Demokrat Webb, Vorsitzender des Senatsausschusses für Ostasien, in der Regierungshauptstadt Naypyidaw mit Juntachef Than Shwe gesprochen. Das berichtete ein birmanischer Regierungsvertreter. Es war die erste Begegnung eines US-Politikers mit dem Chef der Militärregierung seit dessen Machtübernahme 1992.

Hauptthema dürfte auch hier das Gerichtsverfahren gegen Suu Kyi gewesen sein. Durch die Verlängerung des Hausarrests kann sie nicht aktiv an den für 2010 versprochenen Parlamentswahlen teilnehmen. Das Urteil war von Washington und anderen westlichen Regierungen scharf kritisiert worden.

Es wurde erwartet, dass sich Webb, der Birma an diesem Sonntag wieder verlässt, auch um die Freilassung des mit Suu Kyi zu sieben Jahren Arbeitslager verurteilten Mormonenpredigers John Yettaw bemüht. Der 53-jährige US-Bürger war Anfang Mai durch einen See zu Suu Kyis Anwesen geschwommen und hatte dem Militärregime den Anlass geliefert, die Oppositionsführerin wegen Verstoßes gegen Auflagen ihres Hausarrestes erneut vor Gericht zu stellen.

Webb wollte am Sonntag auf einer Pressekonferenz vor dem Abflug nach Bangkok Einzelheiten über seine Gespräche mitteilen. Er gilt als Verfechter einer neuen, gesprächsbereiten Außenpolitik unter US- Präsident Barack Obama. “Es ist notwendig, dass die Vereinigten Staaten sich wieder auf allen Ebenen in Südostasien engagieren“, erklärte er. Auch Juntachef Than Shwe hatte Kompromissbereitschaft signalisieren wollen, als er am Dienstag das ursprünglich auf drei Jahre Haft lautende Urteil gegen Suu Kyi auf 18 Monate Hausarrest reduzieren ließ.

Menschenrechtsgruppen in Birma warnten Webb davor, sich vom Regime für dessen Zwecke einspannen zu lassen. “Wir haben Sorge, dass das Militärregime Ihren Besuch ausnutzen wird und den Eindruck erweckt, als ob Sie den Prozess gegen Suu Kyi und die Inhaftierung von 2100 politischen Gefangenen gutheißen“, hieß es in einer Erklärung verschiedener Gruppen.

dpa

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